Bushaltestelle mit Bierwerbung vor einem Schulgebäude an einer regennassen Straße. Auf dem Werbeplakat, das drei Personen mit Bierflaschen in einem Schlauchboot zeigt, klebt ein Protestaufkleber mit der Aufschrift: 'Alkoholwerbung vor der Grundschule? Unser Bildungsauftrag! #Alkohol-Lobby'. Im Hintergrund sind ein modernes Schulgebäude, eine Hecke und Bäume unter bewölktem Himmel zu sehen.

Heute wurden in Marburg Werbeplakate für Bier verändert. Das Adbusting-Kollektiv »DIES IRAE« kaperte unter anderem Werbetafeln vor der Sophie-von-Brabant-Schule und versah sie mit Hinweisen wie »Alkoholwerbung vor der Grundschule? Unser Bildungsauftrag! #Alkohol-Lobby«.

Drei lachende Jugendliche – zwei Mädchen und ein Junge – rennen Hand in Hand über eine sonnige Wiese in einem grünen Park.

Die heute veröffentlichten Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland zeigen: Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene trinken Alkohol und das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol ist gestiegen.

Besonders auffällig ist, dass im Vergleich zur vorherigen Befragung im Jahr 2023 weniger junge Frauen Alkohol konsumierten. Auch beim Rauschtrinken gab es bei ihnen einen signifikanten Rückgang. Bei Jugendlichen und jungen Männern blieb das Rauschtrinken hingegen auf einem hohen Niveau.

Menschenleere Tankstelle mit blauer Neonbeleuchtung bei Nacht.

Die AOK fordert mehr Maßnahmen zur Krankheitsvorbeugung. Carola Reimann, die Chefin der Krankenkasse, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Deutschland tue zu wenig, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt erst krank werden. Sie sieht vor allem beim Konsum von Alkohol und Tabak Handlungsbedarf und verwies auf eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Demnach sollten gesundheitsschädliche Lebensmittel und Genussmittel verteuert und ihre Verfügbarkeit eingeschränkt werden. Reimann erklärte, das könne beispielsweise bedeuten, dass Alkohol nicht mehr an jeder Tankstelle verkauft wird.

Vier Getränkeflaschen und -dosen von hinten auf weißem Hintergrund: eine silberne Dose, eine grüne Bierflasche, eine dunkle Weinflasche mit rotem Etikett und eine klare Schnapsflasche – alle mit Barcode und Warnhinweisen zum Alkoholkonsum.

Eine neue Studie zu Warnhinweisen auf Alkoholverpackungen in Irland kommt zu dem Ergebnis, dass solche Gesundheitswarnungen dazu beitragen können, Verbraucher*innen über alkoholbedingte Gesundheitsrisiken aufzuklären – und das noch bevor die Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben ist.

Die im »International Journal of Drug Policy« veröffentlichte Studie ergab, dass im Dezember 2025 bereits fast ein Drittel der befragten Erwachsenen die neuen Warnhinweise auf Alkoholprodukten bemerkt hatte.