Diskussionsrunde
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Immer mehr Menschen konsumieren aus den verschiedensten Gründen Suchtmittel, die neben den gesundheitsschädigenden Wirkungen das Risiko der Abhängigkeit in sich bergen.

Das am weitesten verbreitete Suchtmittel ist in Deutschland der Alkohol. Sein Konsum wird gesellschaftlich anerkannt, alkoholische Getränke sind deshalb heute überall und jederzeit verfügbar. Das Ausmaß der mit dem Alkoholverbrauch verbundenen Probleme wird dagegen weit unterschätzt: bei 9,3 Millionen Menschen in der Altersgruppe von 18 bis 69 Jahren besteht ein riskanter Alkoholkonsum. 4,1 Millionen Menschen der gleichen Altersgruppe sind vom Alkohol abhängig oder zeigen ein missbräuchliches Trinkverhalten mit bereits eingetretenen Folgeerkrankungen. Bei 1,7 Millionen Menschen muss von einem Alkoholsyndrom mit massiven gesundheitlichen und sozialen Folgen gesprochen werden.

Mann zieht Inneres seiner Hosentasche hervor;im Hintergrund Banknoten und Münzen

Alkohol verursacht erhebliche Kosten für die Gesellschaft, auch in Ländern mit mittlerem Einkommen.

In diesem Beitrag wird eine Methodik vorgeschlagen, um die Gesamtkosten zu schätzen und dabei ausgelassene Kostenkomponenten zu berücksichtigen.

Würden alle Kostenkomponenten berücksichtigt, beliefen sich die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums auf 1306 internationale Dollar (Int$) pro Erwachsenem, 1872 Int$ pro Konsument*in, was 2,6 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Bierkrüge mit Aufrschriften: maßvoll, verantwortlich, gesund

Kürzlich schickte mir ein Mitglied von Movendi International einen WhatsApp-Text, in dem es heißt »Wir können in keiner Weise mit dem Teufel zusammenarbeiten, um Dämonen aus unseren Häusern zu vertreiben.« Es war für mich ein weiteres Beispiel dafür, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen, Religionen und mit unterschiedlichen Ursprüngen ein tiefes Verständnis und eine Sensibilität für Situationen mit widersprüchlichen Zielen und Interessen haben.

In der Welt der öffentlichen und globalen Gesundheit und Entwicklung verbirgt sich der Interessenkonflikt der Alkoholindustrie jedoch noch immer in aller Deutlichkeit.

Drei Piktogramme: 1. Werbung verbieten, 2. Verfügbarkeit einschräänken, 3. Preise und Steuern erhöhen

Der Verbrauch an alkoholischen Getränken ist zwar seit einigen Jahren leicht rückläufig, aber insgesamt seit 30 Jahren bereits auf einem zu hohen Niveau. Die durch diesen hohen Alkoholkonsum verursachten sozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Folgekosten betragen nach Schätzungen von Experten 15 bis 20 Milliarden EURO jährlich – das persönliche Leid der Betroffenen, das ihrer Partner wie ihrer Kinder ist hingegen in jedem einzelnen Fall unmessbar.

Um diese alkoholbedingten schädlichen Folgen für den einzelnen wie für die Gesellschaft einzudämmen, fordern die Guttempler in Deutschland: