KI generiertes Bild. Junger Mann im dunklen Anzug steht alleine am Kopfende eines leeren Konferenztisches. Er blickt ausdruckslos direkt den Betrachter an. Auf dem Holztisch sind symmetrisch 9 Whisky Flaschen aufgestellt. Über ihm hängt eine einzelne Deckenleuchte. Im Hintergrund Panoramafenster über eine Stadt bei blauer Abenddämmerung. Die Szene hat eine unheimliche, stille angespannte Atmosphäre. Alle Texte auf Etiketten und Plakaten sind unsinnige KI Halluzinationen.KI-generiertes Bild

Die Lobbyarbeit der Tabak- und Alkoholindustrie nutzt soziale Netzwerke und beeinflusst die Politik. Seit mehr als zwanzig Jahren untersucht Karine Gallopel-Morvan, wissenschaftliche Leiterin des Netzwerks RECLAMS (Réseau éclairage sur le lobbying et analyse du marketing des industriels), deren Marketingtechniken. Ihre Forschungen decken Desinformationsstrategien und problematische Praktiken auf, die nach wie vor junge Menschen betreffen, ohne Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit.

Eine Kamera auf einem Stativ im Vordergrund, scharf gestellt. Im unscharfen Hintergrund führt eine Frau mit Pferdeschwanz ein Interview mit einem Mann in einem hellblauen Anzug in einem hellen Büro mit großen Fenstern.

Frankreich fällt bei der Umsetzung der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen bewährten Maßnahmen zur Alkoholpolitik weiterhin hinter den Erwartungen zurück – und das trotz erheblicher alkoholbedingter Gesundheitsschäden. Eine neue qualitative Studie beleuchtet die Gründe dafür.

Interviews mit Abgeordneten zeigen, dass diese eine zwiespältige Haltung gegenüber Alkohol einnehmen. Sie bevorzugen Maßnahmen mit geringen Auswirkungen und unterstützen evidenzbasierte Instrumente wie Mindestpreise pro Alkoholeinheit nur begrenzt. Gleichzeitig haben Akteur*innen der Alkoholindustrie häufiger Zugang zu Entscheidungsträger*innen als Vertreter*innen des öffentlichen Gesundheitswesens.

Eine diverse Gruppe von acht geschäftlich gekleideten Personen unterschiedlichen Alters und verschiedener Ethnien steht in einem hellen Bürogebäude nebeneinander. Alle lächeln freundlich in die Kamera und zeigen mit der rechten Hand eine 'Daumen hoch'-Geste als Zeichen von Zustimmung und Erfolg.

Ein Strafgericht in Paris, Frankreich, entschied am 10. Dezember 2025, dass Heineken und Universal Music France illegale Alkoholwerbung betrieben haben, indem sie Influencer*innen einsetzten, um Alkohol in sozialen Medien zu bewerben, was gegen das französische Gesetz »Loi Évin« verstößt. Laut Addictions France diente ein Pop-up-Event von Heineken in Paris als Marketinginstrument, um teilbare Influencer-Inhalte zu generieren, die zum Alkoholkonsum animierten. Das Gericht stellte fest, dass Influencer*innen aktiv dazu ermutigt wurden, Werbematerial zu veröffentlichen, manchmal ohne sich der rechtlichen Risiken bewusst zu sein. Die Unternehmen von Heineken wurden mit jeweils 50.000 € und Universal Music France mit 20.000 € bestraft.

Das Urteil bestätigt, dass Influencer-Marketing dem Alkoholwerbegesetz unterliegt, und unterstreicht die Notwendigkeit umfassenderer Standards für die Vermarktung von Alkohol, insbesondere angesichts der hohen Exposition junger Menschen gegenüber Social-Media-Inhalten.