Eine lächelnde Ärztin im weißen Kittel mit Stethoskop formt mit ihren Händen ein Herzsymbol vor der Brust; im Hintergrund ein Regal mit Ordnern in einer Praxis oder einem Büro.

Kardiolog*innen warnen davor, dass bereits geringe Mengen Alkohol pro Tag den Blutdruck erhöhen und das Risiko für Vorhofflimmern steigern. Moderne genetische Studien zeigen, dass frühere Behauptungen über einen »herzgesunden« Alkoholkonsum falsch waren, da die positiven Effekte tatsächlich auf andere Verhaltensweisen zurückzuführen waren.

Angesichts der Erkenntnisse, dass Alkohol keinerlei Schutz für das Herz-Kreislauf-System bietet und den Herzmuskel sogar aktiv schädigt, empfehlen Expert*innen zunehmend eine alkoholfreie Lebensweise statt einer bloßen Einschränkung des Alkoholkonsums, insbesondere für Patient*innen mit Herzerkrankungen oder kardiovaskulären Risikofaktoren.

Cover-Abbildung des 'EHN Position Paper on the Impact of Alcohol Consumption on Cardiovascular Disease' vor roten Blutzellen in einer Arterie.

Das Europäische Herz-Netzwerk (EHN) veröffentlicht sein neues Positionspapier »The Impact of Alcohol Consumption on Cardiovascular Disease« (Der Einfluss des Alkoholkonsums auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen), einen entschiedenen Aufruf zum Handeln, der sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse stützt. Das Positionspapier des EHN basiert auf Forschungsarbeiten von Tim Stockwell von der University of Victoria in Kanada. Es widerlegt langjährige Mythen über die angeblichen Vorteile von Alkohol für die Herzgesundheit und betont die dringende Notwendigkeit strengerer Maßnahmen zum Schutz der Herz-Kreislauf-Gesundheit der Bevölkerung und zur Schaffung gesünderer Lebensbedingungen in ganz Europa.

Eine medizinische Fachkraft in weißem Kittel misst mit einem digitalen Blutdruckmessgerät den Blutdruck einer Frau mit rotem Pullover am Tisch. Laptop und Holzfigur im Hintergrund.

Fast jede*r zweite Erwachsene in den USA leidet an Bluthochdruck, einer der Hauptursachen für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. Obwohl dies oft nicht erkannt wird, erhöht starker Alkoholkonsum das Risiko für Bluthochdruck. Die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle in den USA steigt. Bislang wurden jedoch keine geschlechtsspezifischen Veränderungen bei den durch starken Alkoholkonsum verursachten Todesfällen aufgrund von Bluthochdruck quantifiziert – genau das war das Ziel dieser Studie. Sie verwendet bevölkerungsbezogene Attributionsanteile, um den Anteil der durch starken Alkoholkonsum verursachten Todesfälle aufgrund von Bluthochdruck zu schätzen.