Menschen überqueren eine belebte Straße in der Innenstadt von Monterrey, Mexiko.

Als Gesellschaft werden wir von Werbung geradezu überschwemmt, und zwar in einem solchen Ausmaß, dass wir sie gar nicht mehr richtig wahrnehmen; wir haben keine Ahnung, wie sie unsere Gewohnheiten und unsere Entscheidungen beeinflusst.

Werbung hat das Potenzial, zu missbrauchen, zu schaden und auszubeuten. Wir können mit Sicherheit sagen, dass der tiefgreifende Schaden, der der Menschheit und dem Planeten bereits zugefügt wurde, ohne die sogenannte »ausbeuterische Werbung« nicht entstanden wäre.

Liegende detailreiche Steinlöwen-Statue auf einem Sockel vor dem Storting, dem norwegischen Parlament in Oslo. Aufnahme aus Froschperspektive bei strahlend blauem Himmel, die gelbe Backstein-Fassade des Gebäudes mit neoromanischen Bögen im Hintergrund. Über dem Löwen schwebt ein digital eingefügter schwarz-weißer Fußball in der Luft.

Nach 28 Jahren Wartezeit hat sich die norwegische Fußball-Nationalmannschaft der Männer endlich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Doch während sich die Fans auf die Spiele in den USA, Mexiko und Kanada vorbereiten, ist in der Heimat eine hitzige Debatte entbrannt. Was als populäres Wahlversprechen der Arbeiterpartei (Ap) begann, den Ausschank von Alkohol bis 6:00 Uhr morgens zuzulassen, hat sich schnell zu einem kontroversen politischen Streit entwickelt, den Kritiker*innen sowohl als »idiotisch« als auch als unverantwortlich bezeichnen.

Schwarz-weißer Fußball, der ins Tornetz einschlägt – Nahaufnahme eines Treffers vor blauem Himmel.

Alcohol Action Ireland (AAI), die nationale, unabhängige Interessenvertretung zur Eindämmung alkoholbedingter Schäden, betrachtet die erneuten Forderungen nach einer Verlängerung der Ausschankzeiten mit Besorgnis. Dabei wird die Teilnahme Irlands an der diesjährigen Weltmeisterschaft als mögliches »Pilotprojekt« für eine solche Verlängerung ins Gespräch gebracht, sollte sich die Herrenmannschaft für das Turnier in den USA qualifizieren.

3D-Relief-Weltkarte, zentriert auf den Atlantischen Ozean. Sie zeigt Nordamerika, Südamerika, Europa, Afrika und Westasien. Die Karte hat topographische Schattierung: grün für bewachsene Gebiete, braun/wüstenfarben für trockene Regionen, tiefblau für Ozeane. Die Karte ist KI-generiert.
Karte KI-generiert

Politiker*innen bestechen. Die Alkoholpolitik der Regierungen selbst bestimmen. Kinder mit billigen Einwegbeuteln und Miniflaschen ansprechen. Wanderarbeiter*innen unter Bedingungen ausbeuten, die als moderne Sklaverei bezeichnet werden. Das ist die Alkoholindustrie im Globalen Süden.

Während die Märkte in den wohlhabenderen Ländern stagnieren, investieren Giganten wie Diageo, AB InBev und Heineken Milliarden in Afrika, Asien und Lateinamerika – und erzielen dabei enorme Gewinne, während sie Sucht, geschlechtsspezifische Gewalt und vermeidbare Todesfälle hinterlassen. Über 95 % des Wertes der großen Alkoholkonzerne liegen in Europa und den USA. Das Geld fließt ab. Der Schaden bleibt.