
»Dieser Schaden ist vermeidbar – wenn andere davon betroffen sind, brauchen wir auch gemeinsame Lösungen.«
Eine neue estnische Aufklärungskampagne mit dem Titel »Kui mõju jõuab teisteni« (»Wenn die Auswirkungen andere erreichen«) wurde ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt der alkoholbedingten Schäden zu lenken, der in der öffentlichen Diskussion oft außer Acht gelassen wird: die Schäden, die andere Menschen als die Konsumierenden selbst erleiden. Die Kampagne wird von der »Eesti tubaka- ja alkoholikahjude vähendamise koda« (ETAK) geleitet, dem estnischen Netzwerk, das sich für die Verringerung der durch Alkohol und Tabak verursachten gesundheitlichen und sozialen Schäden einsetzt.
Die zentrale Botschaft der Kampagne ist einfach, aber wichtig: Die Auswirkungen des Alkoholkonsums betreffen nicht immer nur den Einzelnen. Sie können sich auch auf Familien, Kinder, Partner*innen, Kolleg*innen, Verkehrsteilnehmer*innen, Beschäftigte im Dienstleistungsbereich und ganze Gemeinschaften auswirken. Anstatt die alkoholbedingten Schäden ausschließlich als Frage der persönlichen Entscheidung darzustellen, lädt die Kampagne dazu ein, den weiteren Kreis der Folgen zu erkennen, die entstehen können, wenn Alkoholkonsum die Sicherheit, Beziehungen, die finanzielle Situation, die Arbeit oder das emotionale Umfeld einer Person beeinträchtigt.
Diese Sichtweise wird durch Erkenntnisse aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit nachdrücklich untermauert. Die Weltgesundheitsorganisation hat betont, dass Alkoholkonsum nicht nur der konsumierenden Person selbst, sondern auch anderen erheblichen Schaden zufügt. Zu diesen Schäden zählen unter anderem Verletzungen, Verkehrsunfälle, Gewalt, familiäre Belastungen und andere soziale Folgen. Die Kampagne trägt daher dazu bei, eine Realität sichtbar zu machen, die viele Menschen aus ihrem Alltag kennen, die jedoch nach wie vor allzu oft als privates, zufälliges oder unsichtbares Phänomen behandelt wird.
Indem die Kampagne »Kui mõju jõuab teisteni« den Fokus auf die Menschen im Umfeld des Alkoholkonsumenten legt, erweitert sie die Debatte über die Alkoholpolitik in Estland. Sie setzt nicht auf Schuldzuweisungen oder Angst, sondern auf Anerkennung: alkoholbedingte Schäden lassen sich nicht nur an den konsumierten Litern oder den erfassten Diagnosen messen. Sie zeigen sich auch in verlorenem Vertrauen, unsicheren Situationen, emotionalem Druck und der Belastung, die andere tragen müssen. Die eigens für die Kampagne eingerichtete Website stellt diese verschiedenen »Einflusskreise« vor und regt zu einer ehrlicheren öffentlichen Diskussion darüber an, wer betroffen ist, wenn sich alkoholbedingte Schäden über den Einzelnen hinaus ausbreiten.
Ein Kind muss keinen Alkohol trinken, um dessen Auswirkungen zu spüren

»Alkohol kann sich indirekt auf das Leben eines Kindes auswirken – zu Hause, in der Schule, im Verhalten, in Beziehungen und beim Sicherheitsgefühl.«
Kindheit eine Chance geben: Warum die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien 2026 so wichtig ist

Die Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien 2026 beleuchtet eine globale Realität, die Millionen von Kindern betrifft: Das Aufwachsen in Haushalten, die von problematischem Alkoholkonsum betroffen sind, wirkt sich auf Gesundheit, Sicherheit, Bildung und Lebenschancen aus. Es gibt Belege dafür, dass alkoholbedingte Schäden bei Kindern von der Schwangerschaft bis zum Jugendalter reichen, Gewalt und Ungleichheit begünstigen und politische Entscheidungen von Erwachsenen widerspiegeln, die das familiäre Umfeld prägen.
Kindern eine Chance zu geben bedeutet, eine präventionsorientierte Alkoholpolitik voranzutreiben, die Rechte der Kinder zu schützen und die sicheren, unterstützenden Bedingungen zu schaffen, die jedes Kind braucht, um sich entfalten zu können.
Wir werden sichtbar

#WirWerdenSichtbar – das ist das Motto und der Hashtag der 17. bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien, die vom 22. bis 28. Februar 2026 stattfindet.
Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit einem suchtkranken Elternteil auf. Viele von ihnen erleben Vernachlässigung und Gewalt und leiden oft ein Leben lang unter diesen Erfahrungen.
Quelle: Alcohol Awareness
Übersetzt mit www.DeepL.com
