
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Europa hat zehn neue Faktenblätter zum Thema Tabakkonsum veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Europäische Region, die 53 Länder in Europa und Zentralasien umfasst, auf dem besten Weg ist, bis 2030 die weltweit höchste Prävalenz des Tabakkonsums zu verzeichnen. Besonders besorgniserregend sind die Trends bei Frauen und jungen Menschen.
In den neuen Faktenblättern der WHO Europa werden stockende Fortschritte sowie alarmierende Trends bei Frauen und jungen Menschen verdeutlicht

Die Faktenblätter, die sich auf die neuesten Daten aus dem 10. Bericht der WHO über die globale Tabakepidemie stützen, schildern, wie die Länder der Europäischen Region wesentliche Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums umsetzen. Die Faktenblätter zeichnen ein Bild von soliden Grundlagen, aber auch von schwerwiegenden Defiziten und einer sich schnell entwickelnden Landschaft des Nikotinkonsums, mit der die bestehenden Vorschriften nur schwer Schritt halten können.
Es ist unsere Pflicht, den Kurs jetzt zu ändern und junge Menschen vor der Nikotinsucht zu schützen.«
Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO

Der Tabakkonsum verursacht in der Europäischen Region bereits jetzt jedes Jahr mehr als 1,1 Millionen Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten, und ohne beschleunigte Maßnahmen werden wir auch 2030 die am schlechtesten abschneidende Region weltweit bleiben«, erklärt Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa. »Es ist unsere Pflicht, den Kurs jetzt zu ändern und junge Menschen vor der Nikotinsucht zu schützen, die Einmischung der Industrie in die Gesundheitspolitik zu unterbinden und die Vorschriften durchzusetzen, die lebenslange vermeidbare Schäden verhindern.«, erklärt Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor Europa.
Mädchen beim Tabakkonsum jetzt weltweit vorne
Europa ist die einzige Region der WHO, die das globale Ziel, den Tabakkonsum bei Frauen bis 2025 um 30 % zu reduzieren, voraussichtlich verfehlen wird. Laut aktueller Prognosen wird zwischen 2010 und 2025 lediglich eine Reduzierung um 12 Prozent erreicht.
Das Ausmaß des Problems ist frappierend. Über 40 % der erwachsenen Raucherinnen weltweit – das sind 62 Millionen Frauen – leben in der Europäischen Region. In Europa weist inzwischen die Altersgruppe der 13- bis 15-Jährigen die weltweit höchste Prävalenz des Tabakkonsums unter Mädchen auf.
Eine neue gefährdete Generation
In Europa konsumieren rund vier Millionen Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren Tabakprodukte. Der Trend zu E-Zigaretten ist jedoch am akutesten: Mit 14,3 % haben Jugendliche in der Europäischen Region im Alter von 13 bis 15 Jahren weltweit die höchste durchschnittliche Prävalenz des E-Zigarettenkonsums, wobei die Raten bei Jungen und Mädchen fast gleich sind.
Europäische Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren weisen heute weltweit die höchsten Tabakkonsumraten in ihrer Altersgruppe auf.«
Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO
»Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Strategie der Industrie, die mit aromatisierten Produkten und ausgeklügelten Vermarktungskampagnen in den sozialen Medien gezielt junge Menschen anspricht. Länder wie Belgien, Dänemark und die Niederlande haben bewiesen, dass es möglich ist, sich zu wehren – durch Regulierung neuartiger Produkte, das Verbot von Aromen und die Einschränkung der Werbung. Jedes Land in dieser Region sollte diesem Beispiel folgen, um künftige Generationen zu schützen.«
Mit geschätzt 31,4 Millionen Nutzer*innen weist die Europäische Region unter den Erwachsenen die weltweit zweithöchste Prävalenz des Konsums von E-Zigaretten auf.
Wenn die Politik nicht mit den sich rasch verändernden Nikotinprodukten Schritt hält, sind jahrzehntelange Fortschritte in Gefahr.«
Kristina Mauer-Stender, WHO
»Die Anwendung der gleichen wirksamen Instrumente zur Eindämmung des Tabakkonsums auf neue und neu aufkommende Produkte ist unbedingt notwendig, wenn wir junge Menschen schützen und die Erfolge beim Schutz der öffentlichen Gesundheit aufrechterhalten wollen«, sagt Kristina Mauer-Stender, Regionalbeauftragte für Tabakbekämpfung bei der WHO Europa.
Wo die Politik versagt
Den Faktenblättern ist zu entnehmen, dass die meisten Länder der Europäischen Region zwar über strenge Kontrollsysteme für den Tabakkonsum verfügen und große gesundheitliche Warnhinweise auf Verpackungen vorschreiben, die Einführung anderer Maßnahmen jedoch uneinheitlich erfolgt.
Nur 18 der 53 Länder verfügen über umfassende Gesetze, die rauchfreie Zonen in allen öffentlichen Räumen vorschreiben. Nur 12 Länder bieten landesweite Telefon-Hotlines an und übernehmen die Kosten für Entwöhnungsangebote. Umfassende Verbote für Tabakwerbung und Verkaufsförderung gibt es nur in 13 Ländern. In 19 Ländern sind Zigaretten heute günstiger als noch im Jahr 2014.
Die Regulierung von E-Zigaretten und anderen neuartigen Nikotinprodukten ist in Europa nach wie vor uneinheitlich. Das untergräbt die allgemeinen Bemühungen, den Tabakkonsum einzudämmen.
Die WHO fordert die Mitgliedstaaten auf, gemäß ihren Verpflichtungen aus dem Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs der WHO diese Lücken zu schließen, die Durchsetzung geltender Rechtsvorschriften zu forcieren und den Handlungsrahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums auf neuartige Produkte auszuweiten, bevor sich die aktuellen Trends zu einer Belastung für die nächste Generation entwickeln.
Alle weiteren Faktenblätter zu MPOWER sind über diesen Link verfügbar.
Europäische Erklärung zur Verringerung der Schäden durch Tabak, Nikotin, Alkohol und ungesunde Lebensmittel

Auf der Abschlusskonferenz des FILTERED-Projekts, die am 3. und 4. November 2025 in Brüssel stattfand, wurde die Europäische Erklärung zur Reduzierung der Schäden durch Tabak, Nikotin, Alkohol und ungesunde Lebensmittel verabschiedet. Diese wurde von der European Alcohol Policy Alliance (Eurocare) zusammen mit dem FILTERED-Projekt und den assoziierten Partnern unterstützt:
WHO startet neue Initiative zur Erhöhung von Steuern auf ungesunde Produkte

Die neue Initiative »3 × 35« der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert Regierungen dazu auf, die realen Preise für Alkohol, Tabak und zuckerhaltige Getränke bis 2035 um mindestens 50 % anzuheben. Mit Unterstützung von Movendi International und anderen globalen Partner*innen zielt die Initiative darauf ab, 50 Millionen vorzeitige Todesfälle zu verhindern, Einnahmen in Höhe von 1 Billion Dollar zu generieren und die Schäden durch nichtübertragbare Krankheiten zu reduzieren.
Beispiele aus Ländern wie Sri Lanka und Litauen zeigen, dass eine Erhöhung der Alkoholsteuer die Zahl der Todesfälle senkt und die Einnahmen steigert. Trotz des Widerstands der Alkoholindustrie bestätigen Forschungsergebnisse, dass Steuern den Alkoholkonsum, die damit verbundenen alkoholbedingten Schäden und Kosten in der Bevölkerung reduzieren und gleichzeitig Einnahmen und Renditen generieren. Die Initiative ist ein wichtiger Schritt vorwärts in der globalen Alkoholpolitik und bietet einen Fahrplan für Gesundheit und Entwicklung.
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Quelle: Pressemitteilung der WHO Europa
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