
Jeder zweite Mensch in den Niederlanden erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Durch eine gesunde Lebensweise lässt sich das Krebsrisiko senken. Verschiedene Krebsarten werden nämlich durch einen ungesunden Lebensstil verursacht, darunter auch Alkoholkonsum.
Das Integrierte Krebszentrum der Niederlande (IKNL) hat berechnet, wie viele Menschen eine Krebsdiagnose vermeiden könnten, wenn die Niederländer*innen weniger Alkohol trinken würden. Diese Berechnung wurde in Zusammenarbeit mit dem Trimbos-Institut und Gesundheitsfonds durchgeführt, die sich für »De Gezonde Generatie« (Die gesunde Generation) einsetzen, darunter KWF Kankerbestrijding (Krebsbekämpfung) und MDL Fonds. Wenn die Niederländer*innen ab 2032 zwei Gläser Alkohol pro Woche weniger trinken, werden dadurch durchschnittlich 427 Krebsdiagnosen pro Jahr verhindert. Für den Zeitraum bis 2050 verhindert diese geringe Verringerung des Alkoholkonsums insgesamt sogar 11.529 Krebsdiagnosen.
Alkohol und Krebs
11.529
vermeidbare Krebsdiagnosen
wenn jede*r zwei Gläser Alkohol pro Woche weniger trinkt
Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass Alkoholkonsum das Risiko für mindestens sieben Krebsarten erhöht. Dazu gehören Mundkrebs, Kehlkopfkrebs, Kehlkopfkrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs, Enddarm- und Dickdarmkrebs sowie Brustkrebs. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Alkoholkonsum das Risiko für andere Krebsarten wie Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht. Generell gilt: Je höher der Alkoholkonsum, desto größer das Krebsrisiko. Es gibt jedoch keine sichere Untergrenze für den Alkoholkonsum. Das Trimbos-Institut berichtete bereits zuvor, dass weniger als die Hälfte der Erwachsenen in den Niederlanden den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebs kennt. Eine stärkere Sensibilisierung für dieses Thema ist von großer Bedeutung.
Es ist nicht ausreichend bekannt, dass Alkoholkonsum das Krebsrisiko erhöht, selbst in geringen Mengen.«
Dr. Jelle Evers
»Das Bewusstsein dafür und politische Entscheidungen im Rahmen der Prävention sind von großer Bedeutung. Wir zeigen, dass bereits eine Reduzierung um zwei Gläser Alkohol pro Woche einen echten Unterschied bei der Zahl der Krebsdiagnosen in den Niederlanden bewirken kann.«
Dr. Jelle Evers, Projektleiter und leitender klinischer Datenwissenschaftler und Epidemiologe bei IKNL
Die Auswirkungen von weniger Alkohol
Die Forscher*innen des IKNL berechneten, wie viele Krebsdiagnosen verhindert werden könnten, wenn man sich für einen geringeren Alkoholkonsum einsetzen würde. Die Berechnung geht von einem sofortigen Rückgang des Alkoholkonsums aus, berücksichtigt jedoch, dass es Zeit braucht, um (weitere) Maßnahmen zur Alkoholprävention einzuführen und ein Bewusstsein für Alkohol und Krebsrisiko zu schaffen. Das Szenario sieht daher vor, dass erst ab 2032 jede*r zwei Gläser weniger pro Woche trinkt. Bis dahin nimmt der Alkoholkonsum allmählich ab. Die Auswirkungen wurden bis 2050 berechnet. Insgesamt ergibt sich bis 2050 eine Zahl von 11.529 vermeidbaren Krebsdiagnosen, umgerechnet durchschnittlich 427 pro Jahr. Bei Männern geht es dabei vor allem um die Vermeidung von Enddarm- und Dickdarmkrebs, bei Frauen vor allem um Brustkrebs.
Darüber hinaus berechnete IKNL in einem anderen Szenario die Auswirkungen einer Einschränkung des Alkoholkonsums für die Gruppe von Menschen, die mehr als vier Gläser pro Woche trinken. Wenn diese Gruppe ab sofort ihren Konsum reduziert, sodass sie ab 2032 maximal vier Gläser Alkohol pro Woche trinkt, werden bis 2050 16.767 Krebsdiagnosen verhindert. Das sind durchschnittlich 621 Krebsdiagnosen pro Jahr.
Wenn die Niederländer*innen strukturell weniger Alkohol trinken, können wir in den kommenden Jahren Tausende von Krebsdiagnosen verhindern. Das zeigt, wie groß der gesundheitliche Gewinn durch Alkoholprävention ist. Bewusstseinsbildung allein reicht nicht aus: Es bedarf einer konsequenten Alkoholpolitik, um gesündere Entscheidungen zu unterstützen. Das Lebensumfeld ist derzeit noch voller ungesunder Reize, wie beispielsweise Alkoholwerbung, die das Verhalten der Menschen, insbesondere das von Jugendlichen, stark beeinflussen.«
Dorine Manson, Direktorin der niederländischen Krebsgesellschaft KWF Kankerbestrijding
Ein gesetzliches Verbot von Alkoholwerbung, die Kinder und Jugendliche erreicht, ist daher ein logischer und notwendiger erster Schritt.«
Dorine Manson

IKNL-Infografik
Die tatsächlichen Auswirkungen sind größer
Die tatsächlichen Auswirkungen einer Verringerung des Alkoholkonsums auf die Zahl der vermeidbaren Krebsdiagnosen sind wahrscheinlich noch größer als derzeit berechnet. Diese Berechnung umfasst nämlich nur die sieben Krebsarten, für die es die stärksten wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass Alkoholkonsum eine Rolle spielt. Es gibt noch weitere Krebsarten, bei denen Alkoholkonsum sehr wahrscheinlich das Risiko erhöht, wie beispielsweise Magenkrebs, oder bei denen dies möglicherweise der Fall ist, wie beispielsweise Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Auswirkungen eines geringeren Alkoholkonsums auf die Zahl der vermeidbaren Krebsdiagnosen werden daher wahrscheinlich unterschätzt.
Darüber hinaus verstärkt Rauchen die schädlichen Auswirkungen des Alkoholkonsums. Menschen, die sowohl Alkohol trinken als auch rauchen, haben ein deutlich höheres Krebsrisiko. Dies betrifft vor allem Krebserkrankungen im Mund, Rachen, Kehlkopf und in der Speiseröhre. Die aktuelle Berechnung beschränkt sich jedoch nur auf den Alkoholkonsum und lässt die verstärkende Wirkung des Rauchens außer Acht. Dadurch wird die Gesamtwirkung eines geringeren Alkoholkonsums auf die Zahl der vermeidbaren Krebsdiagnosen unterschätzt. In einer früheren Studie untersuchte IKNL die Wirkung der Raucherentwöhnung auf die Zahl der vermeidbaren Krebsdiagnosen, wobei jedoch der Alkoholkonsum unberücksichtigt blieb. Ein gemeinsamer Ansatz zur Reduzierung sowohl des Alkoholkonsums als auch des Rauchens könnte noch mehr Krebsdiagnosen verhindern als berechnet wurde.
Darüber hinaus bringt ein geringerer Alkoholkonsum noch weitere gesundheitliche Vorteile mit sich. So ist Alkoholkonsum ein Risikofaktor für insgesamt mehr als 200 körperliche und psychische Erkrankungen. Der gesundheitliche Nutzen kommt nicht nur dem Einzelnen selbst zugute, sondern auch seinen Angehörigen und seinem Umfeld. Darüber hinaus führt ein geringerer Alkoholkonsum auch zu einer Senkung der Gesundheitskosten. Auch in der niederländischen Krebsagenda wird der Reduzierung des Alkoholkonsums besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Alkoholkonsum in den Niederlanden
Derzeit trinken fast drei Viertel (73 %) der Niederländer*innen Alkohol – Männer häufiger als Frauen (Zahlen aus dem Jahr 2024). Männer, die Alkohol trinken, konsumieren durchschnittlich mehr als acht Gläser pro Woche. Bei Frauen sind es fast fünf Gläser. Allerdings ist die Zahl der Alkoholkonsument*innen in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. Auch die Anzahl der konsumierten Gläser sinkt allmählich. Die Berechnungen zeigen, wie viele Krebsdiagnosen in Zukunft verhindert werden können, wenn der Alkoholkonsum zusätzlich zu dem bereits eingesetzten Trend weiter sinkt.
In den letzten Jahren ist ein Rückgang des Alkoholkonsums zu beobachten, aber es ist ungewiss, ob sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Diese Berechnung unterstreicht, wie wichtig es ist, weiterhin auf wirksame Maßnahmen und Prävention zu setzen.«
Dr. Marlous Tuithof, Forscherin am Trimbos-Institut
Alkoholetiketten sollten vor Krebsrisiko warnen

Deutliche Warnhinweise auf alkoholischen Getränken sind unerlässlich, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass der Konsum von Alkohol zu Krebs führen kann. Diese einfache und kostengünstige Maßnahme kann Verbraucher*innen in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die dazu beitragen können, alkoholbedingte Schäden zu reduzieren. Ein neuer Bericht des WHO-Regionalbüros für Europa mit dem Titel »Alkohol-Warnhinweise: eine Perspektive für die öffentliche Gesundheit in Europa« unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer obligatorischen, standardisierten Kennzeichnung auf alkoholischen Getränken.
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Alkohol und Krebsrisiko

Alkohol ist für etwa 4 % aller Krebserkrankungen verantwortlich und erhöht das Risiko für mindestens sieben verschiedene Krebsarten. Um das Krebsrisiko zu senken, ist eine Politik zur Verringerung des Alkoholkonsums und zur Sensibilisierung der Menschen für die Risiken unerlässlich. Den politischen Entscheidungsträger*innen kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es darum geht, die durch Alkohol verursachten gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schäden zu verringern.
Der World Cancer Research Fund International (WCRF) arbeitet mit Partnern wie der Weltgesundheitsorganisation und zivilgesellschaftlichen Organisationen wie der Union for International Cancer Control, der NCD Alliance und Movendi International zusammen, um mehr staatliche Aktionen zur Reduzierung des Alkoholkonsums voranzutreiben.
Quelle: Integraal Kankercentrum Nederland (IKNL)
Übersetzt mit www.DeepL.com
