Eine Nahaufnahme eines Haufens grüner Glasflaschen, von denen einige zerbrochen sind, die ihre Strukturen und Farben zur Geltung bringen.

Die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zum Thema Alkohol sind eindeutig: Es gibt keinen unbedenklichen Alkoholkonsum. Alkohol ist dafür bekannt, mindestens sieben Krebsarten zu verursachen und ein Hauptrisikofaktor für mehr als 30 Gesundheitsprobleme zu sein. Je mehr Alkohol jemand trinkt, desto größer ist das Risiko. Dennoch ist der Alkoholkonsum im Vereinigten Königreich nach wie vor besorgniserregend hoch.

Der Trend geht in die falsche Richtung, und die Gesundheitsrisiken sind offensichtlich. Der Anstieg des Alkoholkonsums lässt sich bereits seit 2019 an der Zunahme sowohl der alkoholbedingten als auch der alkoholspezifischen Sterblichkeit ablesen. So starben im Jahr 2023 im Vereinigten Königreich 10.473 Menschen an alkoholspezifischen Ursachen – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen.

Ein schädlicher Alkoholkonsum wirkt sich nicht nur negativ auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung aus, sondern ist auch ein wesentlicher Faktor für gesundheitliche Ungleichheiten. Die durch alkoholbedingte Schäden verursachte Gesundheitsbelastung verteilt sich nicht gleichmäßig über das Vereinigte Königreich – Menschen in Schottland, Nordirland und Wales sterben häufiger an alkoholspezifischen Ursachen als Menschen in England.

Titelseite von 'Taking Stock'.

In diesem Bericht nutzen wir zunächst neu verfügbare Daten, um die Auswirkungen alkoholbedingter Schäden auf die britische Erwerbsbevölkerung genauer zu untersuchen. Wir kommen zu dem Schluss, dass Alkohol eindeutig negative Auswirkungen auf die Produktivität der Erwerbsbevölkerung insgesamt hat. Die Bekämpfung alkoholbedingter Schäden sollte daher ein zentraler Bestandteil der britischen Industriestrategie sein.

Anschließend befassen wir uns eingehender mit den Auswirkungen von Alkohol am Arbeitsplatz und legen dar, dass die Minimierung alkoholbedingter Schäden für Arbeitgeber*innen erhebliche Vorteile mit sich bringt. Angesichts der positiven Auswirkungen, die sich aus der Reduzierung alkoholbedingter Schäden am Arbeitsplatz ergeben, und der besonderen Stellung, die Arbeitgeber*innen bei der Gestaltung unseres Alltags einnehmen, vertreten wir die Auffassung, dass diese in einem solchen Zusammenhang eine bedeutende Rolle spielen.

Die in diesem Bericht vorgelegten Fakten sollten sowohl die Regierung als auch die Arbeitgeber*innen zum Handeln zwingen. Die Kosten der Untätigkeit – gemessen an den verlorenen Menschenleben, den Produktivitätseinbußen und der Verfestigung von Ungleichheiten – sind einfach zu hoch, um sie zu ignorieren.

Über das IPPR

Das IPPR (Institute for Public Policy Research) ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die sich für eine gerechtere, grünere und wohlhabendere Gesellschaft einsetzt. Wir sind Forscher*innen, Kommunikator*innen und Politikexpert*innen, die greifbare, fortschrittliche Veränderungen bewirken und mutige Ideen in selbstverständliche Realität umsetzen. Das IPPR, IPPR North und IPPR Scotland sind im gesamten Vereinigten Königreich tätig und stehen in engem Kontakt mit den Menschen unserer Nationen und Regionen sowie mit den Herausforderungen, denen unsere Gemeinschaften gegenüberstehen.

Seit mehr als 30 Jahren tragen wir dazu bei, nationale Debatten zu prägen und fortschrittliche politische Veränderungen voranzutreiben. Von den frühen Plädoyers für den Mindestlohn über die Bekämpfung regionaler Ungleichheiten bis hin zum Vorschlag einer Sondersteuer für Energieunternehmen hat die Forschungs- und Politikarbeit des IPPR praktische Lösungen für die Krisen der Gesellschaft aufgezeigt.

Bevölkerung verliert – Industrie gewinnt – Politik ist untätig

Titelbild des Jahrbuchs Sucht 2025 neben wehender Deutschlandflagge vor blauem Himmel.

Das heute erschienene Jahrbuch Sucht 2025 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) stellt aktuelle Entwicklungen und Trends im Sucht- und Drogenbereich dar, liefert wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und ordnet neue Daten ein. »Deutschland braucht eine konstruktive, forschungsbasierte und zukunftsfähige Sucht- und Drogenpolitik, um den enormen Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden. Sucht- und Drogenfragen müssen auf der gesundheitspolitischen Dringlichkeitsskala ganz oben stehen«, fordert Professor Dr. Norbert Scherbaum, Vorstandsvorsitzender der DHS.

Jubel oder Tränen? WHO-Handbuch verdeutlicht wahre Kosten des Alkoholkonsums für die Gesundheit

Porträt eines glücklichen bärtigen Mannes, der die Fäuste ballt. Erfolgreiche, aufgeregte Person, die fröhlich und zufrieden ist. Freistehend auf gelbem Hintergrund. Davor das Titelbild des WHO-Handbuchs Alkoholpolitik. Darunter der Text: Handbuch Alkoholpolitik. Das Handbuch der Weltgesundheitsorganisation WHO verdeutlicht die wahren gesundheitlichen Kosten des Alkoholkonsums.

Der Alkoholkonsum belastet die Volkswirtschaften in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich mit Kosten in Milliardenhöhe: im Gesundheitswesen, aber auch in Form von vorzeitigen Todesfällen, Produktivitätsverlusten und sozialen Schäden. Die alkoholbedingten Schäden betreffen alle Bevölkerungsgruppen, sowohl die Alkoholkonsument*innen als auch die Nicht-Konsument*innen. Im Jahr 2019 war Alkoholkonsum für fast ein Drittel aller verletzungsbedingten Todesfälle in der Europäischen Region verantwortlich, und zwar für 42 % aller Tötungsdelikte, 37 % aller Suizide und 35 % aller Verkehrstoten.