Fiktive Warnhinweise auf Alkoholflaschen zu Testzwecken
Fiktive Warnhinweise auf Alkoholflaschen – zu Testzwecken

Bei der Etikettierung von Getränken mit mehr als 1,2 % Alkohol im Volumen muss der vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozent angegeben werden. Dies gilt innerhalb der gesamten Europäischen Union (EU). Als alkoholfrei gelten nach deutschem und Schweizer Lebensmittelrecht Getränke, wenn sie weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Getränke mit minimalem Alkoholgehalt können eine Gefahr für die Gesundheit von trockenen, also alkoholfrei lebenden Alkoholkranken darstellen. Diese sollten ebenfalls keine Getränke verzehren, die vom Geschmack her alkoholhaltigen Getränken ähnlich sind, wie zum Beispiel alkoholfreien Wein oder alkoholfreies Bier, da Geschmack und Restalkoholmenge einen Rückfall herbeiführen können. Selbsthilfeverbände fordern darum ein Werbeverbot mit dem Begriff »alkoholfrei«, wenn im Getränk tatsächlich noch Alkohol enthalten ist. Auch das als gesund angepriesene Malzbier enthält Alkohol (zwischen 0,3 und 1,4 %).

Nahaufnahme einer englischen Nährwerttabelle auf einer Verpackung, die Fibre 5 g, Sugars 10 g und Sorbitol 0 g auflistet.

Alkohol gehört zu den häufigsten Ursachen für Tod und Behinderung und ist weltweit für 2,6 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Das Risiko negativer gesundheitlicher Folgen beginnt bereits bei einem geringen wöchentlichen Alkoholkonsum und steigt in der Regel monoton an. Das öffentliche Bewusstsein für die meisten Arten von alkoholbedingten Gesundheitsrisiken ist gering, was zum Teil darauf zurückzuführen sein dürfte, dass Alkohol ein weit verbreitetes Konsumgut ist, das in vielen Lebensmittelgeschäften, darunter Supermärkten und Tante-Emma-Läden, neben Lebensmitteln und alkoholfreien Getränken verkauft wird.

Titelseite des WHO-Bericht 'Alcohol health warning labels: a public health perspective for Europe'. Dazu der Text: Unser Recht auf Information. Deutliche Warnhinweise auf alkoholischen Getränken sind unerlässlich, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Alkoholkonsum Krebs verursachen kann.

Deutliche Warnhinweise auf alkoholischen Getränken sind unerlässlich, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass der Konsum von Alkohol zu Krebs führen kann. Diese einfache und kostengünstige Maßnahme kann Verbraucher*innen in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die dazu beitragen können, alkoholbedingte Schäden zu reduzieren. Ein neuer Bericht des WHO-Regionalbüros für Europa mit dem Titel »Alkohol-Warnhinweise: eine Perspektive für die öffentliche Gesundheit in Europa« unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer obligatorischen, standardisierten Kennzeichnung auf alkoholischen Getränken.

Alkoholwerbung mit einer deutlich sichtbaren, farbigen Text- und Bild-Gesundheitswarnung: Einer von vier Fahrern, die bei einem Unfall durch Alkohol am Steuer getötet werden, ist zwischen 18 und 24 Jahre alt.

Weltweit ist der Alkoholkonsum jedes Jahr für drei Millionen Todesfälle, Krankheiten (Leberzirrhose, Krebs) und andere soziale Kosten (Verletzungen, Verkehrsunfälle) verantwortlich. In Europa ist der Alkoholkonsum pro Kopf mit 9,8 Litern reinen Alkohols pro Jahr besonders hoch.

Um dieses Problem anzugehen, empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einführung von Warnhinweisen zu den Risiken des Alkoholkonsums auf Verpackungen und in der Werbung. Die Europäische Kommission schlug 2021 im Rahmen des EU-Plans zur Krebsbekämpfung die Einführung obligatorischer Warnhinweise auf alkoholischen Getränken vor.