
Forscher*innen der Universität Waikato fordern strengere staatliche Gesetze zum Schutz von Kindern vor Alkoholwerbung und warnen, dass die derzeitige Selbstregulierung nicht ausreicht, um Schäden zu verhindern.
Eine neue Studie, die im Journal of the Royal Society of New Zealand veröffentlicht wurde, zeigt, dass Alkoholwerbung die Einstellung von Kindern zum Thema Alkohol beeinflusst und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie früher mit dem Alkoholkonsum beginnen.
Die leitende Forscherin Dr. Victoria Egli, außerordentliche Professorin an der Te Wānanga Waiora Division of Health der Universität Waikato, hält die Beweislage für eindeutig: Die wiederholte Konfrontation mit Alkoholwerbung prägt die Einstellung junger Menschen und normalisiert den Alkoholkonsum.
Alkoholwerbung vermittelt den Eindruck, dass das Trinken von Alkohol ein normaler und alltäglicher Bestandteil des Lebens sei.«
Dr. Victoria Egli
»Da die Kinder wieder zur Schule gehen und immer mehr Zeit mit elektronischen Geräten verbringen, werden sie häufiger mit Alkoholwerbung konfrontiert – in ihrer Nachbarschaft, in der Nähe von Schulen und Spielplätzen, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch an Sportstätten, im Fernsehen, auf digitalen Plattformen sowie in Spielen werden sie damit konfrontiert.«
Da 2026 in Aotearoa Neuseeland Wahlen stattfinden, sieht Dr. Egli eine klare Chance für die Regierung, den Schutz der Gesundheit von Kindern zu stärken. Das Forschungsteam fordert
- ein Verbot von Alkoholwerbung im Umkreis von 500 Metern um Schulen,
- die Entfernung von Alkoholwerbung aus öffentlichen Einrichtungen (einschließlich öffentlicher Verkehrsnetze),
- strengere Vorschriften für digitales Marketing und Sponsoring (einschließlich Streaming-Diensten),
- strengere Kontrollen bei Veranstaltungen mit Alkoholmarken und
- verbindliche, durchsetzbare Gesetze.
Das derzeitige Selbstregulierungssystem unter der Leitung der neuseeländischen Advertising Standards Authority, bei dem die Alkoholindustrie ihre eigenen Werberegeln weitgehend selbst überwacht, sei nicht stark genug, um Kinder zu schützen, sagt Dr. Egli.
Eine Studie von Alcohol Healthwatch aus dem Jahr 2023 fand heraus, dass drei Viertel der Alkoholwerbung in der Nähe von Schulen an Orten platziert war, an denen sich Kinder regelmäßig aufhalten und versammeln.
Die Forscher*innen haben alle verfügbaren neuseeländischen Studien dazu ausgewertet, inwieweit Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren der Alkoholwerbung ausgesetzt sind. Dabei wurden acht große Datenbanken durchsucht, die Studien bis Januar 2024 umfassen. Von mehr als 1000 gesichteten Artikeln erfüllten 22 die Kriterien und wurden in die Auswertung einbezogen.
Neben Dr. Egli waren die Forschungsassistent*innen Hayleigh Frost und Emily Cole von der University of Waikato sowie Forscher*innen der Massey University, der University of Otago und der University of Auckland beteiligt.
Die Gruppe wurde vom Health Research Council finanziert, um eine systematische Überprüfung durchzuführen, in der untersucht wurde, inwieweit Kinder in Neuseeland der Vermarktung ungesunder Produkte wie Alkohol, ungesunden Lebensmitteln und Getränken sowie E-Zigaretten ausgesetzt sind. Dies ist die zweite Überprüfung dieser Art; die erste wurde 2025 veröffentlicht.
Diese Übersicht fasst alle verfügbaren Erkenntnisse aus Neuseeland an einem Ort zusammen und bietet politischen Entscheidungsträger*innen, Schulen, Führungspersönlichkeiten in Gemeinden und Eltern eine klare und solide Evidenzbasis.
Forscher*innen betonen, dass der Schutz von Kindern vor Alkoholwerbung nicht allein Aufgabe der Eltern sein dürfe.
Eltern haben schon genug zu tun. Es kann nicht ihre Aufgabe sein, Kinder vor der allgegenwärtigen Alkoholwerbung zu schützen.«
Dr. Victoria Egli
»Die Regierung hat die Möglichkeit, strenge, durchsetzbare Vorschriften zu erlassen, die Kinder schützen und Familien unterstützen.«
Exposition von Kindern gegenüber Alkoholwerbung in Neuseeland: Eine systematische narrative Übersicht
Titel: Alcohol Marketing Exposure to Children in New Zealand: A Systematic Narrative Review
Autor*innen: Hayleigh Frost, Lisa Te Morenga, Sally Mackay, Christina McKerchar, Emily Cole, Victoria Egli
Zitierung: Hayleigh Frost, Lisa Te Morenga, Sally Mackay, Christina McKerchar, Emily Cole, Victoria Egli, Journal of the Royal Society of New Zealand 2026, 56, e70007. https://doi.org/10.1002/snz2.70007
Quelle: Journal of the Royal Society of New Zealand
Datum der Veröffentlichung: 16. Februar 2026
Zusammenfassung
Obwohl die neuseeländische Werbeaufsichtsbehörde die Vermarktung von Alkohol an Kinder verbietet, sind junge Menschen weiterhin Alkoholwerbung ausgesetzt, die bekanntermaßen das Verhalten beeinflusst. Diese Studie gibt einen systematischen Überblick über die Literatur zum Thema »Exposition von Kindern gegenüber Alkoholwerbung in Neuseeland«.
Gemäß den PRISMA-Richtlinien wurden acht Datenbanken nach Studien mit Kindern im Alter von 2 bis 17 Jahren durchsucht, die seit Beginn bis Januar 2024 veröffentlicht wurden. Von 1.019 gesichteten Artikeln erfüllten 22 die Einschlusskriterien. Diese wurden deduktiv kodiert und anhand eines Rahmens analysiert, der aus der Forschung zu Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke adaptiert wurde, insbesondere dem Diagramm von ASEAN und UNICEF (2023), das den Verlauf von der Vermarktungsexposition über den Konsum bis hin zu den gesundheitlichen Folgen darstellt.
Die Ergebnisse, die in Form einer narrativen Übersicht präsentiert wurden, zeigten, dass Kinder in großem Umfang der Alkoholwerbung ausgesetzt sind, und belegten deren bedeutende Rolle bei der Prägung von Einstellungen und Verhaltensweisen, die zum Alkoholkonsum führen. Diese anhaltende Exposition deutet darauf hin, dass die derzeitigen Selbstregulierungsmaßnahmen unzureichend sind. Es sind strengere staatliche Gesetze erforderlich, um die Alkoholwerbung einzuschränken und den Weg von der Exposition zum Schaden zu unterbrechen.
Der Schutz von Kindern vor Alkoholwerbung ist entscheidend für die Verbesserung ihrer langfristigen Gesundheitsergebnisse und die Verringerung der Belastung durch alkoholbedingte Schäden in Neuseeland.
Neuseeland: Breite Unterstützung für Alkoholpolitik

Alkohol schadet der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Konsument*innen, ihrer Familien und der Gesellschaft insgesamt erheblich und ist damit die schädlichste Droge in Aotearoa Neuseeland. Die derzeitige Gesetzgebung zu alkoholischen Produkten perpetuiert diese Situation, insbesondere für die Māori, die unverhältnismäßig stark darunter leiden.
Eine neue, von der Health Coalition Aotearoa und der Krebsgesellschaft in Auftrag gegebene, unabhängige öffentliche Umfrage hat ergeben, dass die Mehrheit der Neuseeländer*innen verbesserte Maßnahmen in Bezug auf die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Alkohol, die Werbung dafür und den Schutz der Politikgestaltung vor dem Einfluss der Alkoholindustrie unterstützt. Diese Ergebnisse bauen auf den Untersuchungen der vergangenen Jahre auf und geben der Regierung den klaren Auftrag, Maßnahmen zu ergreifen, um Gesundheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt der Alkoholgesetzgebung zu stellen.
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Neuseeland: Alkoholindustrie verstößt gegen ihre eigenen Marketingregeln

Alkoholwerbung wird auch in Neuseeland von der Alkoholindustrie selbst reguliert. Diese Selbstregulierung hat von Anfang an versagt, da die Alkoholindustrie systematisch gegen ihre eigenen Verhaltensregeln verstößt – nahezu folgenlos.
Immer wieder haben Gesundheitsexpert*innen unabhängige staatliche Regelungen für die Alkoholwerbung gefordert. Die neuseeländische Regierung hat jedoch seit über einem Jahrzehnt nicht gehandelt. Dieses Versagen hat zahllose Kinder und Jugendliche dem allgegenwärtigen Alkoholmarketing ausgesetzt, wo immer sie sich aufhalten.
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Quelle: EUCAM
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