Den ersten Alkoholatlas Deutschland 2017 hat jetzt das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) herausgegeben. Dabei handelt es sich um eine hervorragend zusammengestellte und sehr gut verständliche wissenschaftliche Aufarbeitung zum Thema Alkohol. In Wort und Bild werden Informationen über die vielen Facetten von den gesundheitlichen Auswirkungen über Konsumdaten bis hin zur Prävention und Therapie von Alkoholmissbrauch umfassend und schnell erfassbar dargestellt.

Buchtitel des Alkoholatlas Deutschland 2017

Der Alkoholatlas soll allen Interessierten in Politik und Öffentlichkeit als Grundlage für eine breite Diskussion über die Rolle und die Folgen des Alkoholkonsums in Deutschland dienen. Das Werk wurde in Zusammenarbeit des dkfz mit dem Robert Koch-Institut, dem IFT – Institut für Therapieforschung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) erstellt und durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

In seinem Vorwort zum Alkoholatlas stellt Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des dkfz fest, dass Alkohol ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens sei – mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Zwar sei er in geringer Menge genossen gesundheitlich wenig bedenklich, ein erhöhter Alkoholkonsum sei aber ein bedeutender Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten, darunter auch einige Krebsarten wie Leber- und Mundhöhlenkrebs. Außerdem könne Alkoholkonsum aufgrund seiner psychoaktiven Eigenschaften in eine Abhängigkeit mit gravierenden persönlichen und sozialen Folgen führen. Zudem schadeten durch Alkohol bedingte Unfälle und Straftaten der gesamten Gesellschaft.

Die Alkoholindustrie versucht – bislang mit viel Erfolg – die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums zu verharmlosen oder gar zu ignorieren. Ähnlich hat sich in früheren Jahren auch die Tabakindustrie hinsichtlich der Schädlichkeit von Tabakkonsum verhalten. Inzwischen ist in der Bevölkerung das Bewusstsein sehr hoch geworden, dass Rauchen extreme gesundheitliche Risiken birgt. Dagegen ist die Einsicht, dass auch Alkohol extrem gesundheitsschädlich sein kann, und dass es keinen risikolosen Alkoholkonsum gibt, noch nicht weit verbreitet.

Unter anderem ist bisher kaum auf das hohe Risiko riskanten Alkoholkonsums insbesondere für die Erkrankung an verschiedenen Krebsarten hingewiesen worden. Dies geschieht jetzt freilich im Alkoholatlas in einer bisher nicht gekannten Deutlichkeit. In einer alternden Gesellschaft ist nach Überzeugung von Baumann die Prävention von krankheitsfördernden Faktoren wichtig – auch Krebs sei eine Erkrankung, die mit dem Alter zunehme. Hier sei auch die Politik gefragt, denn in der Alkoholprävention gelte eine Mischung aus politischen Maßnahmen und Aufklärung als besonders wirksam.

Der 152 Seiten umfassende Alkoholatlas Deutschland 2017 ist im Verlag Pabst Science Publishers, Lengerich, erschienen. Er kann im Buchhandel für 19,50 Euro unter der ISBN 978-3-95853-334-9 bezogen werden.

Im Internet ist er kostenlos als Download unter den folgenden Links erhältlich:

Alkoholpolitik