Silhouetten jubelnder Fußballfans mit erhobenen Fäusten und Fingern vor einem unscharfen, grünen Stadionhintergrund.

Vor weiteren sportreichen Tagen an diesem Wochenende veröffentlicht Alcohol Action Ireland (AAI) seinen zweiten und letzten Bericht über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und häuslicher, sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt. Diesmal wird dabei insbesondere der Alkoholkonsum im Zusammenhang mit großen Sportveranstaltungen und dessen Auswirkungen auf die häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt untersucht.

Chaotische und lebendige Straßenansicht in Manila mit unzähligen Fahrzeugen und Menschen, umgeben von Werbeanzeigen und Stromkabeln.

Angetrieben von neoliberalen Trends nutzen Unternehmen seit mehreren Jahrzehnten die soziale Unternehmensverantwortung (CSR) als Marketingstrategie. In der politikwissenschaftlichen und internationalpolitischen Literatur wird festgestellt, dass CSR-Aktivitäten die soziale und politische Legitimität sowie den Einfluss einer Branche stärken, ein Konzept, das auch als »Corporate Citizenship« bezeichnet wird. In der Literatur zu den kommerziellen Determinanten der Gesundheit werden Aktivitäten der sozialen Unternehmensverantwortung als Praktiken des Reputationsmanagements und der Legitimation (Selbstregulierung) identifiziert. Sie beeinflussen durch die Gestaltung von Normen und Werten Prozesse und Meinungen und fallen somit in den Bereich der diskursiven Macht eines Unternehmens.

Eine Gruppe junger Schüler*innen sitzt im Klassenzimmer und lächelt in die Kamera. Einige halten Bücher oder schreiben Notizen.

Beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Produkten und Praktiken der Alkoholindustrie versagt Deutschland in Europa völlig. Wie die heute veröffentlichten ESPAD-Schülerdaten von 2024 zeigen, belegt Deutschland Platz 2 beim Rauschtrinken und aktuellen Alkoholkonsum Jugendlicher. Nur in Dänemark sind Kinder noch weniger geschützt.

 Eine Bildmontage zeigt einen älteren Mann mit Brille, der bei einer Konferenz hinter einem Mikrofon spricht. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift '#4HLM NCDS&MH' sichtbar. Der Mann ist in gelb-schwarzen Tönen eingefärbt. Im Vordergrund links steht ein junger Mann mit weit aufgerissenen Augen und Mund, der sich erschrocken an den Kopf fasst. Rechts im Vordergrund ist eine junge Frau mit weit geöffnetem Mund und großen Augen zu sehen, ebenfalls mit erschrockener Mimik.

Bei der UN-Multistakeholder-Anhörung zu nicht übertragbaren Krankheiten kam die Zivilgesellschaft zusammen, um darauf aufmerksam zu machen, wie diese Krankheiten und ihre wichtigen Risikofaktoren – darunter Alkohol – unsere Gesellschaften und Gemeinschaften beeinflussen. Ein erneutes Bekenntnis zu wirkungsvollen politischen Maßnahmen könnte einen Wendepunkt in der globalen Reaktion auf die durch Alkohol verursachte Belastung herbeiführen.

Erschreckenderweise wurde auch die Alkoholindustrie zu der Anhörung zugelassen. Sie nutzte diese Gelegenheit, um für sich zu werben und die Vereinten Nationen, die Regierungen sowie alle Anwesenden zu belügen. Hinter ihrer glänzenden PR verbreitete die »Internationale Allianz für verantwortungsbewusstes Trinken« (IARD) irreführende Narrative, um alkoholpolitische Maßnahmen zu verzögern und die Profite der sie finanzierenden Unternehmen zu schützen.

Dieser Artikel zeigt auf, wie ihre Rhetorik im Widerspruch zu erstklassiger Wissenschaft steht und warum die Alkoholindustrie kein glaubwürdiger Partner im Bereich der öffentlichen Gesundheit sein kann.