Eine Kamera auf einem Stativ im Vordergrund, scharf gestellt. Im unscharfen Hintergrund führt eine Frau mit Pferdeschwanz ein Interview mit einem Mann in einem hellblauen Anzug in einem hellen Büro mit großen Fenstern.

Frankreich fällt bei der Umsetzung der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen bewährten Maßnahmen zur Alkoholpolitik weiterhin hinter den Erwartungen zurück – und das trotz erheblicher alkoholbedingter Gesundheitsschäden. Eine neue qualitative Studie beleuchtet die Gründe dafür.

Interviews mit Abgeordneten zeigen, dass diese eine zwiespältige Haltung gegenüber Alkohol einnehmen. Sie bevorzugen Maßnahmen mit geringen Auswirkungen und unterstützen evidenzbasierte Instrumente wie Mindestpreise pro Alkoholeinheit nur begrenzt. Gleichzeitig haben Akteur*innen der Alkoholindustrie häufiger Zugang zu Entscheidungsträger*innen als Vertreter*innen des öffentlichen Gesundheitswesens.

Symbolisches, einfarbig gold gehaltenes Bild auf schwarzem Hintergrund. Ein großer Erdglobus ist wie eine Marionette mit zahlreichen dunklen Fäden durchzogen. Links und rechts sind unkenntliche Männer in Anzügen nur teilweise zu sehen, die an den Fäden ziehen, um den Globus zu manipulieren. Vor dem Globus stehen ein Modell des Palastes von Westminster (Londoner Parlamentsgebäude), ein Rednerpult mit Mikrofon sowie ein Stapel Dokumente – alle ebenfalls von den Fäden umschlungen. Das Bild thematisiert die Manipulation von Weltpolitik, politischen Institutionen und Informationen durch mächtige, im Verborgenen bleibende Akteure.

Der Bericht »The Big Alcohol Exposed Report 2025« dokumentiert, wie kommerzieller Druck die Alkoholindustrie dazu veranlasste, ihre Lobbyarbeit, Narrativkontrolle und digitale Werbung weltweit zu intensivieren. Basierend auf 1.300 dokumentierten Fällen und 77 unabhängigen Studien deckt er ein globales System der Einflussnahme auf, das trotz starker öffentlicher Unterstützung eine evidenzbasierte Alkoholpolitik behindert. Durch die Aufdeckung dieses Systems entsteht Raum für entschlossene Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, der Gerechtigkeit und der demokratischen Politikgestaltung.

Porträt von Ayla Chorley, Geschäftsführerin der Foundation for Alcohol Research and Education (FARE) neben ihrem Zitat: Eine gute Alkoholpolitik schreibt den Menschen nicht vor, wie sie ihr Leben zu leben haben. Es geht darum zu erkennen, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen, zu handeln, wenn ein Produkt weitreichende, vorhersehbare Schäden verursacht. Nichts zu tun ist keine neutrale Entscheidung.

Ich habe mich nie besonders für Vorsätze interessiert, aber ich denke, dass der Beginn eines neuen Jahres eine gute Gelegenheit ist, darüber nachzudenken, was man hinter sich lassen möchte.

Wenn wir das Jahr 2026 beginnen und einen Blick auf die Alkoholpolitik werfen, gibt es einige wichtige Diskussionen, die wir führen müssen. Es gibt aber auch solche, die wir einfach nicht fortsetzen können, wenn wir echte Fortschritte sehen wollen.

Eine Fotomontage zum Thema Alkohol und Krebsrisiko. Im Hintergrund eine Gruppe lächelnder Menschen, die den Daumen hoch zeigen. Im Vordergrund stehen auf schräg abnnehmendem blauen Grund zwei leere Schnapsgläser neben der Darstellung einer Krebszelle.

Jeder zweite Mensch in den Niederlanden erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Durch eine gesunde Lebensweise lässt sich das Krebsrisiko senken. Verschiedene Krebsarten werden nämlich durch einen ungesunden Lebensstil verursacht, darunter auch Alkoholkonsum.