Kersten Artus

»Alkohol ist eine Alltagsdroge und erfüllt zudem im sozialen Miteinander als auch in der individuellen Alltagsbewältigung zahlreiche Funktionen – ob uns das nun gefällt oder nicht. Die immensen gesundheitlichen Folgen von Alkohol – u.a. Krebs im Mundraum, Rachen, Speiseröhre und Magen, geistige Behinderung des Babys durch Alkohol in der Schwangerschaft, vorzeitige Demenz – können nur dann wirksam bekämpft werden, wenn sich die Menschen der Vergiftungsgefahren des Alkohols wirklich bewusst sind. Wer Drogen in legal und illegal unterteilt, signalisiert, dass Alkohol ungefährlich sei. Wirksamer Schutz vor Missbrauch muss daher mit einer neuen gesellschaftlichen Debatte einhergehen, die den Missbrauch aller Konsum- und Rauschmittel endlich aus dem Strafrecht in die Gesundheitspolitik verlegt. «

Kersten Artus, Hamburg
Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft von 2011 bis 2015

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Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem eine Sportwetten-Website mit Live-Quoten für Fußballspiele zu sehen ist. Im unscharfen Hintergrund zeigt ein großer Fernseher ein laufendes Fußballspiel auf einem grünen Rasen.

Mit dem Ende der Vereinssaison richten die Fußballfans ihren Blick auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Gleichzeitig setzt sich ein aus Sicht des Bündnisses gegen Sportwetten-Werbung (BgSwW) zunehmend besorgniserregender Trend fort: Die Präsenz von Sportwettanbietern im Umfeld des Sports wächst weiter – trotz der bekannten Risiken von Glücksspiel und Glücksspielsucht.

Sportwetten sind und bleiben Glücksspiel. Dennoch werden sie zunehmend als selbstverständlicher Bestandteil des Sporterlebnisses inszeniert. Besonders problematisch ist, dass Minderjährige und andere verletzliche Gruppen der Werbung nahezu schutzlos ausgesetzt sind.