
Industrien, deren Geschäftsmodell auf der Vermarktung von Produkten beruht, die abhängig machen oder die Gesundheit schädigen, beeinflussen Forschung, Evidenzbildung und Gesundheitspolitik. Dazu zählen die Tabak- und Nikotinindustrie, die Alkohol- und Cannabisunternehmen sowie die Glücksspiel- und Sportwettenanbieter. Ihre Strategien reichen von industriefinanzierter Forschung über Sponsoring bis zu PR-Kampagnen und Lobbying. Dies führt zu systematischen Interessenkonflikten, die die wissenschaftliche Integrität und Glaubwürdigkeit gefährden.
Der wissenschaftliche Beirat der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) hat einen Kodex für den Umgang von wissenschaftlichen Fachgesellschaften mit diesen Industrien formuliert. Dieser fordert die grundsätzliche Ablehnung von Geld- und Sachzuwendungen sowie von wechselseitigen Gegenleistungen. Darüber hinaus spricht er sich für die Vermeidung von Kooperationen mit von der Industrie unterstützten Personen und Organisationen sowie für die konsequente Offenlegung aller relevanten finanziellen und nichtfinanziellen Interessenkonflikte der vergangenen fünf Jahre aus. Dieser Kodex wird von folgenden medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften unterstützt:
- Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e. V. (DG-Sucht)
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN)
- Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e. V. (DGS)
- Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e. V. (dgsps)
Vom Kodex ausgenommen sind gesetzlich oder regulatorisch vorgeschriebene klinische Prüfungen unter Bedingungen strenger Transparenz, unabhängiger Governance und uneingeschränkter Publikationsrechte. Das Ziel besteht darin, die Unabhängigkeit, Qualität und Vertrauenswürdigkeit der Suchtforschung zu sichern und den Einfluss kommerzieller Interessen auf Forschung, Lehre und gesundheitspolitische Empfehlungen wirksam zu begrenzen..
Kodex zum Umgang mit der Industrie, die abhängigkeitserzeugende Produkte vertreibt
Der vorliegende Kodex betrifft den Umgang von Wissenschaftler*innen mit Industrien, deren Geschäftsmodell auf der Vermarktung potenziell schädlicher beziehungsweise abhängig machender Substanzen (zum Beispiel nicht pharmazeutische Nikotinprodukte, Alkohol oder Cannabis) oder auf Produkten mit Sucht- und Exzessrisiko (zum Beispiel Glücksspiel oder Sportwetten) beruht. Wie bereits für die Tabak- und Nikotinindustrie gezeigt werden konnte, besteht die Notwendigkeit, die wissenschaftliche Integrität vor einer Einmischung durch die Industrie zu schützen.
Es ist geboten, die Hersteller*innen weiterer »Commercial Determinants of Health« miteinzubeziehen, also private Akteur*innen, deren Produkte, Marketing, Lobbying und Einfluss auf Forschung und Politik substanzielle Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben. Hierzu gehören insbesondere die Tabak-, Alkohol-, Glücksspiel- und verwandten Industrien, deren Strategien in wesentlichen Aspekten vergleichbar sind. Zu den beschriebenen Praktiken zählen unter anderem die Finanzierung genehmer Forschung, der Aufbau vorgeschalteter Stiftungen und »Social Aspects Organisations«, die Nutzung von CSR (Corporate Social Responsibility) zur Imagepflege sowie systematisches Lobbying gegen wirksame verhältnispräventive Regulierungsmaßnahmen.
Im Kontext von Alkohol, Cannabis und Glücksspielen wird häufig der Begriff des »verantwortungsvollen Konsums« beziehungsweise des »verantwortungsvollen Spielens« verwendet. Dadurch wird die Verantwortung für Schäden primär den Konsumierenden zugeschrieben. Gleichzeitig treten strukturelle Determinanten wie Verfügbarkeit, Preis, Produktdesign und aggressive Vermarktung in den Hintergrund. Zudem werden Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen stigmatisiert.
Definition und Konzeptualisierung der kommerziellen Determinanten von Gesundheit

Obwohl kommerzielle Unternehmen einen positiven Beitrag zu Gesundheit und Gesellschaft leisten können, gibt es immer mehr Belege dafür, dass die Produkte und Praktiken einiger kommerzieller Akteure – insbesondere der größten transnationalen Unternehmen – für steigende Raten vermeidbarer Krankheiten, für die Schädigung des Planeten und für soziale und gesundheitliche Ungleichheit verantwortlich sind; diese Probleme werden zunehmend als kommerzielle Determinanten der Gesundheit bezeichnet.
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Ein elendes Geschäft: der Umsatz der Alkoholindustrie mit Risiko- und Hochkonsum

Während die Alkoholindustrie öffentlich für einen »verantwortungsvollen« Alkoholkonsum wirbt, deuten Studienergebnisse aus anderen Ländern darauf hin, dass mehr als die Hälfte ihres Umsatzes auf Personen mit schädlichem Alkoholkonsum zurückzuführen ist. In dieser Studie untersuchen die Autor*innen, ob dies auch auf Deutschland zutrifft.
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Hochrisikokonsum als Geschäftsmodell
Alkohol
Mindestens die Hälfte des Gesamtalkoholumsatzes wird durch Menschen mit (hoch-)riskantem Alkoholkonsum erwirtschaftet. Für Glücksspielangebote konnte ebenfalls gezeigt werden, dass ein überproportional hoher Anteil der Einnahmen durch Personen mit problematischem und pathologischem Glücksspielverhalten generiert wird. So machen Menschen mit problematischer und pathologischer Glücksspielnutzung nur 3 – 5 % aller Spieler*innen aus, tragen aber 32 – 40 % aller Ausgaben für Glücksspiele bei. Besonders hoch ist der Anteil bei Sportwetten und an Spielautomaten. Dabei besteht eine direkte Korrelation zwischen den eingesetzten Geldsummen und der Schwere der Glücksspielproblematik.
Diese Befunde illustrieren den immanenten Konflikt zwischen den kommerziellen Interessen dieser Industrien und ihrem öffentlich kommunizierten Engagement für Prävention und Schadensminderung. Damit bewegen sich industriegetragene Programme zu »Verantwortung« oder »Harm Reduction« strukturell in einem Spannungsverhältnis zu den bestehenden Profitanreizen.
Rekrutierung der »stark konsumierenden Kund*innen von morgen«

Die Einschränkung von Alkoholwerbung und ‑marketing ist eine kosteneffiziente Maßnahme zur Verringerung der schädlichen Wirkungen von Alkohol.
Die Alkoholindustrie behauptet jedoch, dass die Werbung keinen Einfluss auf den Konsum hat, da sie den Verbraucher*innen bei der Auswahl von Marken helfen soll, sich nicht an junge Menschen richtet, nur für einen »verantwortungsvollen Konsum« wirbt und keine kausalen Zusammenhänge mit dem Konsum aufweist.
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Forschung, Sponsoring und Interessenkonflikte
Systematische Übersichten aus verschiedenen Branchen (unter anderem Tabak, Alkohol und Cannabis) zeigen, dass industriefinanzierte Forschung häufiger industriefreundliche Ergebnisse, größere Effektstärken und günstigere Bewertungen von Nutzen-Risiko-Profilen berichtet als unabhängig finanzierte Forschung. Dies betrifft die Wahl von Fragestellungen und Endpunkten ebenso wie das Studiendesign, die Auswertung, die Interpretation und die Publikationsentscheidungen.
In einem systematischen Review wurden für die Alkoholindustrie drei Problembereiche identifiziert:
- Einfluss auf evidenzbasierte Politik (instrumentelle Nutzung von Forschung),
- Verzerrung der wissenschaftlichen Evidenzbasis durch Finanzierung und
- Beeinträchtigung wissenschaftlicher Prozesse und Normen.
Zu den beschriebenen Praktiken zählen unter anderem das Sponsoring von Forschungsorganisationen und ‑zentren, die direkte Finanzierung universitärer Arbeitsgruppen, die Nutzung von Vertragsforschung, Aktivitäten von Branchen- und »Social Aspects«-Organisationen sowie die gezielte Beeinflussung von Publikationsprozessen und wissenschaftlichen Konferenzen.
Eine Überprüfung von »Community Alcohol Partnerships« mit Beteiligung der Alkoholindustrie ergab, dass die behaupteten Effekte auf alkoholbedingte Schäden nicht belastbar belegt waren und die Erfolgsmeldungen häufig auf intransparenten oder nicht nachvollziehbaren »Belegen« beruhten. Die Autor*innen werten dies als Beispiel dafür, dass derartige Initiativen primär reputationsbezogene Funktionen erfüllen, ohne eine nachweisbare Reduktion gesundheitlicher Schäden zu erreichen.
In der Diskussion um kardioprotektive Effekte moderaten Alkoholkonsums zeigen Analysen, dass industriefinanzierte Beobachtungsstudien häufiger schützende Effekte berichten als unabhängige Arbeiten. Dies ist unter anderem auf Confounding und selektive Berichterstattung zurückzuführen. Sellman, Connor, Robinson und Jackson (2009) argumentieren, dass die gesundheitlichen Vorteile von »moderatem Alkoholkonsum« systematisch überschätzt und in der öffentlichen Kommunikation überbetont wurden, während neuere Auswertungen ein deutlich zurückhaltenderes Bild zeichnen.
Vier Lektionen zum Schutz der Wissenschaft vor der Alkoholindustrie

Die Autor*innen befragten 37 Alkoholforscher*innen aus zehn Ländern mit hohem Einkommen. Sie stellten fest, dass sie alle in irgendeiner Form Kontakt zur Alkoholindustrie hatten, unabhängig davon, ob sie diesen Kontakt gesucht hatten oder nicht. Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse präsentieren die Autor*innen vier Lehren, die dazu beitragen könnten, die Wissenschaft vor Einmischung durch die Industrie zu schützen.
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Nikotinprodukte
Mehrere Untersuchungen zeigen, dass finanzielle Interessenkonflikte eng mit tabakindustriefreundlichen Schlussfolgerungen assoziiert sind, wenn es um alternative Nikotinprodukte (zum Beispiel E-Zigaretten oder Tabakerhitzer) geht. Während industriefinanzierte Publikationen Nutzen und Unbedenklichkeit von »Tobacco Harm Reduction« betonen, kommen unabhängig finanzierte Studien zu deutlich heterogeneren und häufig kritischeren Bewertungen.
Inzwischen positioniert sich die Tabakindustrie als »Problemlöser«, indem sie die Substitution von Tabakprodukten durch alternative Nikotinprodukte (zum Beispiel Tabakerhitzer oder E-Zigaretten) im Sinne einer »Tabak-Harm-Reduction«-Strategie (THR) aktiv propagiert. Ein systematischer Review konnte zeigen, dass industriegeförderte Veröffentlichungen eindeutig den Nutzen dieser Form der THR favorisierten, wohingegen nicht entsprechend geförderte Studien ein uneinheitliches Bild ergaben.
Glücksspiel
In der Glücksspielforschung wird ebenfalls auf die Gefahr systematischer Verzerrung hingewiesen, wenn zentrale Forschungsprogramme über industrienahe Strukturen finanziert werden. Wichtige Forschungszentren und Stiftungen, die von Branchenverbänden finanziert werden, legen ihre Finanzierungsquellen oft nicht transparent offen. Dadurch werden industriefreundliche Fragestellungen und Interpretationen begünstigt. Zugleich wird betont, dass Forschung und Fachkongresse frei von (indirektem) Einfluss der Industrie sein sollten, um Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zu sichern.
Für systematische Übersichtsarbeiten und andere Evidenzsynthesen zu kommerziellen Determinanten von Gesundheit wurde mit CODES (Commercial Determinants of Health and Evidence Synthesis) eine spezifische methodische Anleitung entwickelt. Sie ergänzt etablierte Standards (zum Beispiel PRISMA, Cochrane Handbook), indem sie die systematische Erfassung kommerzieller Interessenkonflikte und Finanzierungsquellen, die Berücksichtigung von Sponsoring in Sensitivitätsanalysen sowie gegebenenfalls den Ausschluss industriefinanzierter Studien von Primäranalysen empfiehlt. Diese Empfehlungen unterstreichen die Notwendigkeit strenger Regeln zum Umgang mit Industriefinanzierung und Interessenkonflikten in der Suchtforschung.
Somit besteht durch eine entsprechende Industrieförderung häufig ein Interessenkonflikt, auch wenn diese gegebenenfalls verdeckt durch Stiftungen erfolgt. In solchen Veröffentlichungen finden sich entsprechend öfter industriefreundliche Ergebnisse als Ergebnisse, die die Industrie kritisieren. Im Gegensatz dazu finden sich bei nicht industrieassoziierter Förderung häufiger kritische Veröffentlichungen.
Das Einreichen eines Manuskripts bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift zur redaktionellen Begutachtung ist zunehmend bürokratischer geworden. Dies ist zum Teil eine Reaktion der Zeitschriftenredaktionen auf die Gefährdung der wissenschaftlichen Integrität durch kommerzielle Interessen.«
Thomas F. Babor und Peter G. Miller in Addiction
Daher setzen sich die Fachgesellschaften für eindeutige Regelungen im Umgang mit potenziellen Interessenkonflikten im Zusammenhang mit Geld- oder Sachzuwendungen von Industrien ein, die Tabak-, Nikotin-, Alkohol- oder Cannabisprodukte herstellen und vermarkten. Das gilt auch für Industrien, deren Produkte zu klinisch relevanten Verhaltenssüchten führen können, wie beispielsweise Glücksspiel und Sportwetten.
Empfehlungen für Fachgesellschaften
Die zusammengefasste Evidenz zu den Branchen Tabak, Alkohol, Cannabis und Glücksspiel zeigt, dass eine Finanzierung durch diese Industrien mit systematischen Verzerrungen der Forschungsagenda, der Evidenzbasis und der öffentlichen Kommunikation einhergehen kann. Dadurch werden das Vertrauen, die Glaubwürdigkeit und die Unabhängigkeit der Suchtforschung untergraben. In internationalen Fachdebatten werden daher zunehmend »Low- or Zero-Tolerance«-Ansätze für direkte finanzielle Beziehungen zwischen wissenschaftlichen Institutionen und Herstellern gesundheitsschädlicher beziehungsweise abhängig machender Produkte vorgeschlagen.
Wenn eine Finanzierung durch die Industrie aus regulatorischen Gründen unvermeidbar ist (zum Beispiel bei zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen), werden strenge Vorgaben zu Transparenz, unabhängiger Governance, Publikationsrechten und zur Handhabung individueller Interessenkonflikte gefordert. Vor diesem Hintergrund setzen sich die Fachgesellschaften für eindeutige Regelungen im Umgang mit möglichen Interessenkonflikten im Zusammenhang mit Geld- oder Sachzuwendungen der Tabak-/Nikotin-, Alkohol-, Cannabis- und Glücksspielindustrie ein. Damit sind die nachfolgenden Empfehlungen begründet.
Dies gilt für sämtliche Aktivitäten der Fachgesellschaften und für deren Mitglieder, beispielsweise auch für die Organisation, Durchführung und Finanzierung von Fachkongressen.
Ausgenommen von dieser Regelung sind gesetzlich vorgeschriebene oder regulatorisch erforderliche klinische Prüfungen nach Arzneimittelgesetz beziehungsweise einschlägigem Arzneimittelrecht, die der Zulassung oder evidenzbasierten Bewertung konkreter medizinischer Indikationen dienen (zum Beispiel kontrollierte Studien zu medizinischem Cannabis einschließlich Cannabisblüten).
Voraussetzung sind wissenschaftliche Unabhängigkeit, vollständige Transparenz der Finanzierung sowie uneingeschränkte Publikationsrechte der Forschenden.
Nicht von dieser Ausnahme umfasst sind industriegestützte Forschungs-, Fortbildungs-, PR- oder Disseminationsaktivitäten außerhalb solcher regulatorisch erforderlichen klinischen Prüfungen, insbesondere zu Vermarktung, Indikationsausweitung oder gesundheitspolitischer Einflussnahme.«
Neben klinischen Prüfungen nach dem Arzneimittelgesetz ist auch Forschung zur Evaluation der Effekte einer regulierten Freigabe von Cannabis oder der Vermarktung von nicht-medizinischem Cannabis unbedingt notwendig. Eine solche Forschung sollte jedoch unabhängig von der Cannabisindustrie finanziert werden, um die Forschenden keinen Interessenkonflikten auszusetzen und die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse nicht zu beeinträchtigen. Dies gilt perspektivisch analog für Firmen, die Substanzen mit Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial herstellen und vermarkten. Im Falle einer Finanzierung durch Stiftungen oder ähnliche Einrichtungen muss die finanzielle Grundlage dieser Stiftungen offengelegt werden, um potenzielle Interessenkonflikte bewerten zu können.
Auf Grundlage der ersten Empfehlung wird bei allen wissenschaftlichen Präsentationen und Veröffentlichungen die Offenlegung der Förderung durch Personen oder Organisationen (zum Beispiel Stiftungen) gefordert, die im direkten Zusammenhang mit den oben genannten Industrien stehen.
Diese Offenlegungspflicht gilt für industriegeförderte klinische Prüfungen von medizinischem Cannabis nach dem Arzneimittelgesetz für konkrete medizinische Indikationsstellungen. Sie gilt auch für andere Beziehungen, die einen Interessenkonflikt verursachen können.
Die nachfolgende Auflistung ist beispielhaft:
- durch die entsprechende Industrie finanzierte Stipendien;
- Vereinbarungen mit wechselseitigen Gegenleistungen (zum Beispiel Beratungshonorare; Zuwendungen für Vorträge, Manuskripterstellung oder Fortbildungsveranstaltungen; Gutachtertätigkeit);
- Reisekostenunterstützung oder Übernahme von Kongressgebühren;
- Tätigkeit in einem Datenüberwachungskomitee (DSMB) oder Firmenbeirat;
- wirtschaftliche Verflechtungen (zum Beispiel Aktien oder Aktienoptionen; ausgenommen Aktienfonds unbekannter Zusammensetzung);
- persönliche Beziehungen (als Partner oder Verwandter 1. Grades) zu einer/einem Vertretungsberechtigten eines Unternehmens der Nikotin-, Alkohol-, Cannabisindustrie, oder der Industrie, deren Produkte zu klinisch relevanten Verhaltenssüchten führen können (zum Beispiel Glücksspiel, Sportwetten).
Das Positionspapier
Titel: Kodex zum Umgang mit der Industrie, die abhängigkeitserzeugende Produkte vertreibt (zum Beispiel Alkohol, Cannabis, Tabak, nicht pharmazeutische Nikotinprodukte, Glücksspiele, Sportwetten)
Autor*innen: Norbert Wodarz, Euphrosyne Gouzoulis-Mayfrank, Anil Batra, Angela Buchholz, Ursula Havemann-Reinecke, Tobias Rüther, Eva Hoch und Falk Kiefer
Zitierung: N. Wodarz et al., “Kodex zum Umgang mit der Industrie, die abhängigkeitserzeugende Produkte vertreibt (z. B. Alkohol, Cannabis, Tabak, nicht pharmazeutische Nikotinprodukte, Glücksspiele, Sportwetten): Handlungsimpuls für wissenschaftliche Fachgesellschaften,” SUCHT, vol. 72, no. 5, pp. 285–290, Oct. 2026, doi: 10.1024/0939-5911/a001001.
Quelle: SUCHT
Datum der Veröffentlichung: 29. September 2026
Europäische Ärzt*innen fordern, dass kommerzielle Interessen die öffentliche Gesundheit nicht beeinträchtigen

Der Ständige Ausschuss der Europäischen Ärzt*innen (CPME) hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er die negativen Auswirkungen kommerzieller Determinanten auf die Gesundheit hervorhebt. Er fordert, dass politische Entscheidungen zum Wohle der öffentlichen Gesundheit evidenzbasiert und ethisch vertretbar getroffen werden.
Wie die Alkoholindustrie die Wissenschaft beeinflusst

In einem ausführlichen Artikel befasste sich die niederländische Tageszeitung »De Volkskrant« am 20. Juni 2026 damit, wie die Alkoholindustrie seit Jahrzehnten versucht, über Ärzt*innen und vor allem Forscher*innen Einfluss auf die wissenschaftliche Forschung, die Politikgestaltung und die öffentliche Debatte zum Thema Alkohol zu nehmen. Die Journalistin Maud Effting sprach mit mehreren Personen, die ihre Erfahrungen dazu schildern konnten.
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Quelle: SUCHT
