
Laut einer neuen YouGov-Umfrage ist fast jede*r Fünfte in Dänemark in den letzten drei Jahren unter Alkoholeinfluss mit dem Fahrrad, E-Bike, Elektroroller oder einem ähnlichen Fahrzeug gefahren.
An hellen Sommernächten steigen mehr Dän*innen aufs Fahrrad. Doch da Radfahrer*innen zu jeder Tages- und Nachtzeit durch die Straßen fahren, sind laut einer neuen, von der Versicherungsgesellschaft Gjensidige in Auftrag gegebenen Umfrage nicht alle nüchtern, wenn sie sich auf den Sattel schwingen.
An Sommerabenden ist das Fahrrad oft das bevorzugte Fortbewegungsmittel für den Heimweg von Partys und gesellschaftlichen Anlässen, bei denen Alkohol getrunken wurde. Obwohl es in Dänemark keinen festgelegten Blutalkoholgrenzwert für Radfahrer*innen gibt, kann bereits eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille die Fähigkeit einer Person beeinträchtigen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.
Die YouGov-Umfrage ergab, dass fast jede*r Fünfte in Dänemark in den vergangenen drei Jahren unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln ein Fahrrad, ein E-Bike, einen Elektroroller oder ein anderes kleines Fahrzeug gefahren hatte. Fahrräder waren dabei mit Abstand das am häufigsten genannte Fahrzeug.
Gleichgewichtssinn, Urteilsvermögen und Reaktionszeit sind beim Alkoholkonsum erheblich beeinträchtigt. Dies erhöht das Risiko, die Kontrolle über das Fahrrad zu verlieren, zu stürzen oder andere Verkehrsteilnehmer*innen zu übersehen. Radfahren unter Alkoholeinfluss gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern bringt auch andere Verkehrsteilnehmer*innen in Gefahr«, sagte Lene Rasmussen, Leiterin der Schadenabteilung bei Gjensidige.
Sie fügte hinzu, dass das Eingehen dieses Risikos auch kostspielig sein kann. Zwar gibt es für Radfahrer*innen keinen spezifischen gesetzlichen Blutalkoholgrenzwert, doch kann eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 dänischen Kronen verhängt werden, wenn die Polizei der Ansicht ist, dass die betreffende Person zu betrunken ist, um sicher Rad zu fahren.
Junge Erwachsene gehen die größten Risiken ein
Die Ergebnisse zeigen, dass das Fahren unter Alkoholeinfluss besonders unter jungen Erwachsenen verbreitet ist. Vier von zehn Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren gaben an, in den vergangenen drei Jahren unter Alkoholeinfluss Fahrrad oder ein anderes kleines Fahrzeug gefahren zu sein.
In dieser Altersgruppe gaben 29 Prozent an, unter Alkoholeinfluss mit einem herkömmlichen Fahrrad gefahren zu sein, verglichen mit 13 Prozent aller Befragten. Neun Prozent der Befragten im Alter von 18 bis 29 Jahren waren unter Alkoholeinfluss mit einem Moped gefahren, während 7 Prozent einen Elektroroller benutzt hatten.
Laut Rasmussen zeigen die Ergebnisse, dass viele Menschen nach wie vor unterschätzen, wie stark Alkohol ihre Fähigkeit beeinträchtigt, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.
Eine nützliche Faustregel lautet: Wenn man sich selbst für zu betrunken hält, um Auto zu fahren, sollte man auch nicht auf ein Fahrrad steigen. Das Fahrrad kann man immer noch am nächsten Tag abholen.«
Lene Rasmussen
»Ein wenig Vorausplanung kann das Risiko verringern, spät am Abend eine schlechte Entscheidung zu treffen«, fügte Rasmussen hinzu. »Wenn du schon im Voraus weißt, dass du mehr Alkohol trinken wirst, als es für Radfahrer*innen ratsam ist, lass das Fahrrad zu Hause. So vermeidest du später am Abend die Versuchung.«
Umfrageergebnisse
Die Umfrage wurde im Juni 2026 von YouGov im Auftrag von Gjensidige unter 1.030 Befragten durchgeführt. Diese wurden gefragt, ob sie in den vergangenen drei Jahren eines der folgenden Fahrzeuge unter Alkoholeinfluss oder unter dem Einfluss anderer Substanzen gefahren hätten. Mehrfachantworten waren zulässig.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, das Radfahren und andere Formen der Mikromobilität in die Diskussionen über die alkoholbedingte Verkehrssicherheit einzubeziehen. Der Verzicht auf das Autofahren beseitigt nicht die durch Alkohol verursachten Risiken, wenn eine Person ihre Fahrt auf zwei Rädern fortsetzt.
E-Scooter: Kein Umweltnutzen, aber neue Unfallquelle

Der Verleih von Elektrorollern (E-Scootern) wurde im März 2019 in Oslo, Norwegen, eingeführt und hat sich laut dem Norwegischen Institut für Verkehrswirtschaft zu einem beliebten innerstädtischen Verkehrsmittel entwickelt. Kurz nach der Einführung des E-Scooter-Verleihs wurde klar, dass dieses neue Verkehrsmittel einige Nachteile mit sich bringt, wie etwa ein hohes Verletzungsrisiko bei der Nutzung durch alkoholisierte Fahrer*innen und eine niedrige Helmtragequote bei E-Scooter-Fahrer*innen im Allgemeinen.
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Deutliche Mehrheit für Null Promille

Eine klare Mehrheit der Bundesbürger:innen befürwortet ein absolutes Alkoholverbot am Steuer: In einer repräsentativen Umfrage für die aktuelle TÜV-Mobility-Studie unter 1.000 Personen ab 16 Jahren stimmen vier von fünf Bundesbürger:innen (80 Prozent) für ein generelles Alkoholverbot.
Quelle: Nordic Alcohol and Drug Policy Network (NordAN)
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