Illustration einer Weltkarte in Grüntönen, auf der ein großer Kreis aus Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kleidung Hand in Hand steht; unten rechts ein rundes Porträtfoto eines lächelnden Mannes mit kurzen braunen Haaren in beigem Pullover und hellblauem Hemd.

Durch beharrliche Arbeit wurde Alkoholpolitik mit der globalen Gesundheit verknüpft. Das nächste Ziel von Movendi International ist es, Alkoholpolitik mit den Menschenrechten zu verbinden, so Maik Dünnbier, designierter Generalsekretär.

Wenn sich Movendi International, eine internationale Abstinenzbewegung, vom 2. bis 7. Oktober zu ihrem Kongress versammelt, steht viel auf der Tagesordnung. Während des fünftägigen Zusammenkommens in der slowenischen Stadt Kranjska Gora bleibt Zeit sowohl für einen Konferenzteil mit eingeladenen Fachleuten als auch für die Feier des »World Day for Alcohol-free Living« am 3. Oktober und für den eigentlichen Kongress, auf dem die zukünftige Ausrichtung diskutiert werden soll. Außerdem wird ein*e neue*r Präsident*in gewählt, da Kristína Šperková nicht wieder kandidiert. Sie war bisher sowohl Vorsitzende von Movendi International als auch von Movendi Schweden.

Wir feiern unser 175-jähriges Jubiläum außerdem mit einem Fest. Für uns, die wir Mitglieder in vielen verschiedenen Ländern haben, ist es wichtig, zusammenzukommen und Zeit miteinander zu verbringen«, sagt Maik Dünnbier, Leiter für Strategie und Interessenvertretung und designierter Generalsekretär.

Einer der großen Erfolge von Movendi International besteht darin, dass es der Organisation gelungen ist, die Alkoholpolitik auf die Agenda der globalen Gesundheit zu setzen, und dass sie maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es heute einen globalen Aktionsplan zur Alkoholpolitik innerhalb der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie regionale Aktionspläne zur Alkoholpolitik in Afrika, Europa und im westpazifischen Raum gibt.

Die Vision für die Zukunft besteht darin, zu versuchen, diesen Erfolg in zwei weiteren wichtigen Politikbereichen zu wiederholen: den Menschenrechten und der sogenannten Post-2030-Agenda.

»Wir wollen, dass unsere Regierungen verpflichtet sind, die Menschenrechte durch eine Alkoholpolitik zu schützen. Alkohol soll zu einer Frage der Menschenrechte werden, und dafür werden wir uns auch auf juristischem Wege einsetzen. Unseren Freund*innen aus der Anti-Tabak-Bewegung ist dies teilweise bereits gelungen.«

Wir haben es geschafft, die Alkoholpolitik mit den aktuellen Nachhaltigkeitszielen zu verknüpfen, und nun müssen wir sicherstellen, dass die Alkoholpolitik auch in den Nachfolgeplänen der Agenda 2030 berücksichtigt wird. Die Alkoholindustrie ist eine der unethischsten Branchen überhaupt, und ihre Produkte wirken sich sowohl auf die soziale als auch auf die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit aus.«
Porträt von Maik Dünnbier.
Die Alkoholindustrie ist eine der unethischsten Branchen überhaupt.«
Maik Dünnbier, Movendi International

Was wichtig ist, um die Ziele zu erreichen

Unser Grundprinzip ist ein basisdemokratischer Ansatz. Unsere Mitglieder sollen sich auf einfache Weise engagieren können. Es geht darum, Menschen, die Erfahrungen mit den schädlichen Auswirkungen von Alkohol gemacht haben, zu stärken, damit sie sich dazu äußern können.«

Die Veränderung von Normen im Zusammenhang mit Alkohol ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt für Movendi International. Dabei kann es um sprachliche Ausdrücke gehen, darum, wie man über Alkohol scherzt, oder darum, wie Erwachsene diese Norm ungewollt aufrechterhalten und an ihre Kinder weitergeben.

In Schweden spricht man oft von den ›Kehrseiten des Alkohols‹. Damit impliziert man ja gleichzeitig, dass es auch eine positive Seite gibt. In Deutschland, wo ich herkomme, gibt es eine Redewendung, die man verwendet, wenn jemand etwas Gutes oder Lustiges tut, und die ungefähr so lautet: ›Was hast du getrunken? Das möchte ich auch.‹ Damit schreibt man das Positive ja der Substanz selbst zu.«

Ein wichtiges Zukunftsthema für Maik Dünnbier im Zusammenhang mit der Abstinenzbewegung in Schweden ist die Modernisierung und Erweiterung der Sichtweise auf einen alkoholfreien Lebensstil.

Sobald Menschen sich ein wenig außerhalb der Alkoholnorm bewegen, besteht für sie auch die Chance, den Auswirkungen des Alkohols etwas kritischer gegenüberzustehen. Vielleicht fangen sie an, Fragen zu stellen, oder möchten den »Sober October« ausprobieren. Auch wenn sie keine Mitglieder bei Movendi werden, haben sie doch etwas erlebt. Ich denke ein wenig an meine eigene Mutter, die ideologisch und philosophisch nicht so überzeugt ist wie ich. Aber sie erlebt konkrete Vorteile eines alkoholfreien Lebens. Sie schläft zum Beispiel besser. Das verändert ihre Art, über Alkohol zu denken und zu sprechen, und auf diese Weise trägt sie dazu bei, die Alkoholnorm durch etwas Gesünderes und Inklusiveres zu ersetzen, in dem Alkohol nicht mehr dominiert.«

Movendi International

  • Movendi International ist eine internationale Abstinenzbewegung mit 146 Mitgliedsorganisationen aus 57 Ländern.
  • Die Bewegung setzt sich dafür ein, die durch Alkohol verursachten Schäden in der Gesellschaft durch politische Einflussnahme, Kommunikation und Meinungsbildung zu verringern.
  • Movendi International wird durch die Mitgliedsorganisationen, durch Zuschüsse von Behörden und Regierungen sowie durch Spenden finanziert.
  • FORUT, Juvente, KiM und die Guttempler sind Mitgliedsorganisationen aus Deutschland.

Weltkongress von Movendi International

Blick auf Kranjska Gora.Bild von Tiia Monto, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das höchste Entscheidungsgremium von Movendi International wird vom 2. bis 7. Oktober 2026 zu seiner 71. Sitzung in Kranjska Gora, Slowenien, zusammentreten.

Dieser Kongress wird die Stimmen der Menschen und Gemeinschaften, die von den Schäden des Alkohols betroffen sind, verstärken und sicherstellen, dass sie in Debatten über Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden Gehör finden.

Alkoholprävention ist mehr als nur Gesundheitspolitik – sie ist ein Weg zu Fairness, Gleichheit und Würde. Was wir in Slowenien voneinander lernen, gemeinsam entscheiden und gestalten, wird auf allen Kontinenten Widerhall finden und die Bewegung für Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte stärken.

Quelle: Zeitschrift Accent von Movendi Schweden

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