Das Logo zeigt eine Grafik mit einem dunklen Kreis, in dem zwei Kinder in grün und orange nebeneinander mit ausgestreckten Armen hervorspringen. Daneben der Text: Kinder ohne Alkohol und Nikotin.

Initiative für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Alkohol und Nikotin

Aktionsbündnis Nichtrauchen • Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung • Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit • Astra Plus • Blaues Kreuz Deutschland • Bundesärztekammer • Centre for Health and Society (chs) am Universitätsklinikum Düsseldorf • Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen • Deutsches Krebsforschungszentrum • Deutsches Netz Rauchfreier Krankenhäuser/Rauchfrei Plus • Frauen Aktiv Contra Tabak • Friedensband • Guttempler in Deutschland • Health Care Plus • IFT-Nord • Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST) • Movendi International • NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien • Nichtraucherbund Berlin-Brandenburg • Nichtraucherschutzverband Deutschland • Unfairtobacco • Vivantes

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Kinder laufen unscharf im sonnigen Freien, während im Vordergrund eine große, transparente Collage aus vielen digitalen Technik- und KI-Motiven wie Avataren, Datenmustern und Symbolgrafiken eingeblendet ist.

Trotz unterschiedlicher kultureller und politischer Rahmenbedingungen verfolgen die nationalen Systeme zur Kontrolle der Alkoholwerbung in Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Litauen und der Schweiz das gemeinsame Ziel, Minderjährige zu schützen. Sie zeichnen sich in dieser Hinsicht durch die Wirksamkeit ihrer Durchsetzung und das Vorhandensein von Selbstregulierung innerhalb der Wirtschaft aus.

Die europäischen Staaten blicken auf eine lange Tradition der Alkoholherstellung und des Alkoholkonsums zurück, in deren Mittelpunkt verschiedene symbolträchtige Arten alkoholischer Getränke stehen, darunter Weine, Biere und Spirituosen. Diese Trinktraditionen sind insofern vergleichbar, als sie sich auf Sozialisation, identitätsbasierte Lebensweisen und die lokale Wirtschaftsgeschichte beziehen.

Angesichts des hohen Alkoholkonsums in der Bevölkerung und der damit verbundenen Probleme in den Bereichen öffentliche Ordnung, öffentliche Sicherheit und Gesundheit haben die Länder verschiedene Formen der Regulierung eingeführt, darunter regulatorische oder gesetzgeberische Instrumente. Diese Instrumente haben zu unterschiedlichen Kontrollsystemen geführt, die auch von spezifischen politischen Traditionen und von der Alkoholindustrie oder der Werbebranche etablierten Selbstregulierungsmaßnahmen beeinflusst sind.

Die meisten der eingeführten Systeme orientieren sich an einem Modell, bei dem der Zugang zu alkoholischen Getränken für von den Behörden identifizierte gefährdete Gruppen – vor allem Minderjährige – eingeschränkt wird, für die Verkaufsbeschränkungen gelten. Einige Länder haben zudem, insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Maßnahmen ergriffen, um die Attraktivität von Alkohol durch Preis- oder Werberegulierungen zu verringern.

Die vom Regionalbüro für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten europäischen Aktionspläne zur Reduzierung des Alkoholkonsums für den Zeitraum 2012 – 2020 und anschließend für den Zeitraum 2022 – 2030 unterstützen beide die Umsetzung der SAFER-Initiative. Diese SAFER-Initiative umfasst fünf strategische Bereiche, die nachweislich das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bieten und als »Best Buys« bezeichnet werden. Sie sind in der folgenden Reihenfolge aufgeführt, obwohl sie alle von gleicher Bedeutung sind:

  • Stärkung von Maßnahmen zur Einschränkung der Verfügbarkeit von Alkohol
  • Ausbau von Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer
  • Förderung des Zugangs zu Frühentdeckung (Screening), Kurzinterventionen und Behandlung
  • Etablierung von Maßnahmen zur Einschränkung und zum Verbot von Marketing für alkoholische Getränke
  • Realisierung von Preiserhöhungen durch Steuern und Preisgestaltung

Die Eindämmung der Alkoholwerbung ist daher eine Priorität bei der Bekämpfung des Alkoholkonsums auf europäischer Ebene. Dennoch unterliegt die Alkoholwerbung nur einer begrenzten Regulierung durch die Behörden der Europäischen Union (EU). Die Verordnung (EU) 2024/1143 vom 11. April 2024 (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union, 2024) regelt den Schutz geografischer Angaben für Weine und Spirituosen bei der Präsentation dieser Produkte. Die Richtlinie 2006/114/EG vom 12. Dezember 2006 (Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union, 2006), die allgemeiner Natur ist, definiert die Grenzen irreführender Werbung – auch wenn diese von Wettbewerbern betrieben wird –, indem sie zwischen den rechtlichen Voraussetzungen für vergleichende Werbung unterscheidet.

Im Jahr 2022 führte die französische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (OFDT) eine Konsultation mit internationalen Expert*innen und Forscher*innen zum Thema Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums durch, bei der die großen Herausforderungen durch Marketing im digitalen Zeitalter – insbesondere durch Werbe- und Verkaufsförderungsmaßnahmen im Fernsehen, im Kino, im Internet oder in sozialen Medien – deutlich wurden.

Im November 2023 startete die OFDT mit finanzieller Unterstützung des französischen Fonds zur Suchtbekämpfung (FLCA) eine vergleichende europäische Studie zum audiovisuellen und digitalen Alkoholmarketing mit einer Laufzeit von 24 Monaten: die Studie »Comparing International Public Policies of Alcohol control – Audiovisual and Digital Alcohol Marketing« (CIPPAL-ADAM).

Ziel war es, die potenziellen Auswirkungen nationaler Vorschriften auf die Exposition junger Menschen gegenüber audiovisuellem und digitalem Alkoholmarketing zu vergleichen und nationale Erfahrungen und Kontexte zu beleuchten, die aus Sicht der öffentlichen Gesundheit einen Mehrwert bieten.

Die Studie deckte eine Vielzahl von politischen Rahmenbedingungen (vom staatlichen Monopol bis hin zu liberalen Ansätzen) und Wirtschaftsmodellen im Zusammenhang mit Alkohol (Weinbau, Brauwesen oder andere) in verschiedenen europäischen Regionen ab, und zwar anhand der Fallbeispiele Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Litauen und der Schweiz. Unter der Koordination der OFDT wurde eine Partnerschaft gebildet, die sich aus Forschern*innen und einer in jedem der Zielländer tätigen Regulierungsbehörde zusammensetzte, die keine Verbindungen zur Alkoholindustrie unterhielten, um ein standardisiertes Forschungsprotokoll auf der Grundlage einer gemischten Methodik umzusetzen.

Titelseite der Studie 'Comparing the digital alcohol marketing regulations in 6 European countries'.

Dieses Informationspapier stellt einen ersten Meilenstein dieser Arbeit dar und bietet einen vergleichenden Überblick über die Rechtsvorschriften dieser sechs europäischen Länder im Bereich der audiovisuellen und digitalen Alkoholwerbung, basierend auf einer von jeder Expert*in für ihr Land erstellten Dokumentenanalyse.

Es fasst die im Jahr 2024 in den einzelnen Ländern geltenden Rechtsrahmen zusammen und hebt dabei deren Schutzwirkung hervor, wie sie von den Studienpartnern im Hinblick auf Belange der öffentlichen Gesundheit, insbesondere in Bezug auf Minderjährige, ermittelt wurde. Anschließend bietet es einen übergreifenden Überblick über Gemeinsamkeiten und länderspezifische Ansätze. Abschließend werden vor dem Hintergrund dieser nationalen Erfahrungen Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Ein Vergleich der Regelungen für digitales Alkoholmarketing in sechs europäischen Ländern (CIPPAL-ADAM-Studie)

Titel: Comparing the digital alcohol marketing regulations in 6 European countries (CIPPAL-ADAM study)

Autor*innen: Carine Mutatayi, Franca Beccaria, Nijole Gostautaite Midttun, Frank Houghton, Hervé Kuendig; Virve Marionneau, Paula Rautoja und Sara Rolando

Zitierung: Mutatayi C., Beccaria F., Gostautaite Midttun N., Houghton F., Kuendig H., Marionneau V., Rautoja P. et Rolando S. (2025) Réglementations comparées du marketing numérique de l’alcool en Europe. Paris, OFDT, coll. Notes de résultats, 18 p.

Quelle: Observatoire français des drogues et des tendances addictives (OFDT)

Datum der Veröffentlichung: Dezember 2025

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Zusammenfassung

Alle untersuchten Länder stehen vor erheblichen Herausforderungen, die sich aus der Weiterentwicklung des digitalen Marketings und den Lobbyaktivitäten der Alkoholindustrie gegen strengere gesetzliche Regelungen ergeben, sowie aus Umgehungsversuchen durch Produktplatzierung und Marketingmaßnahmen von Alkoholmarken für ihre alkoholfreien Sortimente.

In Litauen bietet das nahezu vollständige Verbot von Alkoholwerbung, einschließlich der Werbung über Websites und Social-Media-Konten, die sich an die litauische Öffentlichkeit richten, einen starken Schutz vor Alkoholmarketing. Dennoch stellt das »Alibi-Marketing«, bei dem die Identität einer Alkoholmarke ganz oder teilweise genutzt wird, ohne diese namentlich zu erwähnen, eine anhaltende Bedrohung dar.

Italien und Finnland zeichnen sich durch ihre gesetzlichen Bestimmungen aus, die darauf abzielen, das Influencer-Marketing beziehungsweise das Marketing durch Prominente zu regeln.

Frankreich hat – übernommen aus dem Évin-Gesetz – eine Liste der Medien festgelegt, die Werbung ausstrahlen dürfen (anstelle einer Verbotsliste), doch das Aufkommen von Werbung in den sozialen Medien bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich.

In Ländern, in denen bislang die Selbstregulierung der Branche vorherrschte, wie beispielsweise in Irland, Italien und der Schweiz, sind die Lücken bei der Durchsetzung größer.

Digitale Alkoholwerbung fördert schädliche Geschlechternormen

Zwei Mädchen betrachten lächelnd das Display eines Smartphones.

Alkoholmarketing auf Social-Media-Plattformen ist allgegenwärtig und effektiv, erreicht ein breites Publikum und ermöglicht die Interaktion mit den Nutzer*innen. Wir wissen wenig über die geschlechtsspezifische Natur des digitalen Alkoholmarketings, einschließlich der Art und Weise, wie Frauen und Männer dargestellt werden, wie verschiedene Geschlechter reagieren und welche Auswirkungen dies auf die Beziehungen zwischen den Geschlechtern hat.

Das neue Werbekonzept der Alkoholindustrie: Digitales Marketing

Zwei junge Frauen schauen gemeinsam auf ein Smartphone unter einem strahlend blauen Himmel.

Das Alkoholmarketing hat im digitalen Zeitalter einen dramatischen Wandel durchlaufen und sich von traditioneller Werbung hin zu ausgefeilten, algorithmengesteuerten Strategien entwickelt, die Verbraucher*innen mit beispielloser Präzision ansprechen.

Mithilfe von »Canary«, dem Echtzeit-Überwachungssystem für digitale Medien von Vital Strategies, verfolgten die Forscher*innen Alkoholmarketingaktivitäten in öffentlich zugänglichen Social-Media-Beiträgen in Brasilien, Mexiko, den Philippinen und Südafrika. Ihr neuer Bericht »Exposing Alcohol’s New Advertising Playbook: Digital Marketing in RESET Alcohol Initiative Countries—A Research Report« liefert die erste Canary-Analyse zum potenziellen Umfang, den Taktiken und den Zielgruppen des digitalen Marketings der Alkoholindustrie. Die Daten in diesem Bericht bieten einen Überblick über die digitalen Marketingaktivitäten während eines Zeitraums von 31 Tagen im März 2025 und dienen als Grundlage für die weitere Beobachtung durch Canary.

Quelle: EUCAM

Übersetzt mit www.DeepL.com