Älterer Mann mit grauem Schnurrbart, brauner Schiebermütze und hellblauem Hemd blickt ernst in die Kamera; links und rechts erscheinen verschwommene, bewegungsunscharfe Doppelbilder seiner selbst vor dunklem Hintergrund.

Alkoholkonsum ist weit verbreitet, beeinflussbar und mit zahlreichen gesundheitlichen Schäden verbunden, doch sein kausaler Zusammenhang mit Demenz ist nach wie vor umstritten. Zwar wurde in einigen Kohorten ein Zusammenhang zwischen starkem Alkoholkonsum und einem erhöhten Demenzrisiko festgestellt, doch sind die Ergebnisse verschiedener Studien und Forschungsdesigns uneinheitlich. Bei Personen mit mäßigem Alkoholkonsum ist die Lage noch unklarer, da manche Forschungsergebnisse auf eine schützende Wirkung mäßigen Alkoholkonsums hindeuten.

Jüngste bildgebende Untersuchungen haben jedoch negative Zusammenhänge mit Demenz-Endophänotypen aufgedeckt, selbst bei geringem Alkoholkonsum. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Komplexität der Auswirkungen von Alkohol auf die kognitive Gesundheit und unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die tatsächlichen Auswirkungen von Alkohol auf das Demenzrisiko zu klären. Dies ist für die öffentliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung, da es das Risikobewusstsein schärfen, präventive Strategien beeinflussen und Gesundheitsempfehlungen für einzelne Personen prägen kann.

Titel: Alcohol use and risk of dementia in diverse populations: evidence from cohort, case–control and Mendelian randomisation approaches

Autor*innen: Anya Topiwala1 (E-Mail: ), Daniel F. Levey, Hang Zhou, Joseph D. Deak, Keyrun Adhikari, Klaus P. Ebmeier, Steven Bell, Stephen Burgess, Thomas E. Nichols, Michael Gaziano, Murray Stein, Joel Gelernter

Zitierung: Topiwala A, Levey DF, Zhou H, et al Alcohol use and risk of dementia in diverse populations: evidence from cohort, case–control and Mendelian randomisation approaches BMJ Evidence-Based Medicine 2026;31:13-22.

Quelle: BMJ Evidence-Based Medicine

Datum der Veröffentlichung: 23. September 2025

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Was ist zu diesem Thema bereits bekannt?

Frühere Beobachtungsstudien haben einen J-förmigen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Demenz festgestellt, was darauf hindeutet, dass leichter bis mäßiger Alkoholkonsum eine schützende Wirkung haben könnte. Diese Ergebnisse könnten jedoch eher auf die Erfassung von Phänotypen des situativen als des chronischen Alkoholkonsums, auf verbleibende Störfaktoren oder auf eine umgekehrte Kausalität zurückzuführen sein als auf einen kausalen Effekt.

Welche neuen Erkenntnisse bringt diese Studie?

In der bislang größten kombinierten Beobachtungs- und Genstudie wurde ein geringer Alkoholkonsum beobachtungsweise mit dem geringsten Demenzrisiko in Verbindung gebracht, doch genetische Analysen zeigten ein monoton ansteigendes Demenzrisiko bei steigendem Alkoholkonsum. Die Mendelsche Randomisierung deutet auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einem erhöhten Demenzrisiko hin, wobei es bei keinem Konsumniveau Hinweise auf eine schützende Wirkung gibt.

Wie könnte sich diese Studie auf Forschung, Praxis oder Politik auswirken?

Diese Ergebnisse stellen die Annahme in Frage, dass geringe Alkoholmengen neuroprotektiv wirken, und legen nahe, dass Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Verringerung des Alkoholkonsums die Demenzinzidenz deutlich senken könnten. Eine Halbierung der Prävalenz der Alkoholkonsumstörung in der Bevölkerung könnte die Zahl der Demenzfälle um bis zu 16 % reduzieren, was den Alkoholkonsum als potenzielle Strategie im Rahmen von Maßnahmen zur Demenzprävention in den Vordergrund rückt.

Alkoholkonsum erhöht das Demenzrisiko

Seniorin liest Artikel online auf ihrem Laptop.

Eine neue Studie, die in eClinicalMedicine veröffentlicht wurde, wirft ein neues Licht auf den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Demenzrisiko. Die Studie konzentrierte sich auf Personen, die derzeit Alkohol konsumieren, und zeigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen steigendem Alkoholkonsum und einem erhöhten Demenzrisiko gibt, wobei es keine sichere Menge gibt. Diese Studie stellt frühere Erkenntnisse in Frage und deutet darauf hin, dass selbst geringe Mengen Alkohol das Risiko erhöhen, an Demenz zu erkranken. Dies sind wichtige Erkenntnisse für die Prävention des kognitiven Abbaus.

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Quelle: BMJ Evidence-Based Medicine

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