
Eine neue Studie zu Warnhinweisen auf Alkoholverpackungen in Irland kommt zu dem Ergebnis, dass solche Gesundheitswarnungen dazu beitragen können, Verbraucher*innen über alkoholbedingte Gesundheitsrisiken aufzuklären – und das noch bevor die Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die im »International Journal of Drug Policy« veröffentlichte Studie ergab, dass im Dezember 2025 bereits fast ein Drittel der befragten Erwachsenen die neuen Warnhinweise auf Alkoholprodukten bemerkt hatte.
Die in Irland geplanten Alkoholkennzeichnungen enthalten neben Informationen zu Lebererkrankungen, Kalorien und Alkoholgehalt eine klare Warnung, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und tödlichen Krebserkrankungen besteht. Die Anforderungen wurden im Rahmen des Gesetzes zur öffentlichen Gesundheit (Alkohol) eingeführt, doch die Frist für die Umsetzung wurde später auf September 2028 verschoben. Trotz dieser Verzögerung hatten einige Hersteller*innen bereits im Jahr 2025 damit begonnen, die neuen Kennzeichnungen auf Produkten anzubringen, die in irischen Einzelhandelsgeschäften verkauft wurden. Die Studie bot daher die Gelegenheit, die Reaktionen der Verbraucher*innen in dieser frühen Phase der freiwilligen Kennzeichnung zu untersuchen, noch bevor die gesetzliche Verpflichtung in Kraft tritt.

So würden die irischen Warnhinweise auf deutsch aussehen
Die Forscher*innen befragten im Dezember 2025 714 in Irland lebende Erwachsene. Von diesen gaben 32,5 % an, die neuen Gesundheitswarnungen auf Alkoholverpackungen in Supermärkten in den vergangenen sechs Monaten bemerkt zu haben. Von den 232 Befragten, die die Warnhinweise gesehen hatten, gaben 65,9 % an, dass der Warnhinweis sie über die mit dem Alkoholkonsum verbundenen Risiken aufgeklärt habe, 40,5 % sagten, er habe sie dazu gebracht, über die Auswirkungen von Alkohol auf die Gesundheit nachzudenken, und 24,6 % gaben an, er habe sie dazu bewegt, bei diesem Einkauf weniger oder gar keinen Alkohol zu kaufen. Weitere 21,6 % gaben an, die Warnung habe sie davon abgehalten, das mit dem Warnhinweis versehene Produkt zu kaufen. Auch die allgemeine Einstellung gegenüber den Warnhinweisen war weitgehend positiv. Von allen Befragten hielten 74 % den Warnhinweis für informativ, 51 % gaben an, die Informationen seien für sie relevant, 37 % sagten, er enthalte Informationen, die für sie neu waren, und 79 % stimmten zu, dass jeder die auf dem Warnhinweis dargestellten Informationen kennen sollte. Unter denjenigen, die die Warnhinweise bemerkt hatten, gaben fast 90 % an, mindestens eine Reaktion gezeigt zu haben, wie zum Beispiel, sich über alkoholbedingte Risiken zu informieren, über gesundheitliche Auswirkungen nachzudenken, die Warnhinweise mit anderen zu besprechen oder ihr Kaufverhalten zu ändern. Der Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Warnhinweise und dem Wissen über das alkoholbedingte Krebsrisiko war komplexer. In der unbereinigten Analyse wussten 77,4 % der Befragten, die die Warnhinweise bemerkt hatten, dass Alkohol Krebs verursachen kann, verglichen mit 68,2 % unter denjenigen, die sie nicht bemerkt hatten. Diejenigen, die die Warnhinweise gesehen hatten, gaben zudem häufiger an, bereit zu sein, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren. Diese Unterschiede waren jedoch nicht mehr statistisch signifikant, nachdem die Forscher*innen eine Bereinigung um Faktoren wie Trinkgewohnheiten, demografische Merkmale und den Kontakt mit anderen alkoholbezogenen Gesundheitsinformationen vorgenommen hatten.
Der Kontakt mit Botschaften zum Thema Alkohol und Krebs in den allgemeinen Medien zeigte einen deutlich stärkeren Zusammenhang mit dem Wissen über Krebs. Befragte, die sich daran erinnerten, solche Botschaften gesehen zu haben, wussten mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit, dass Alkohol Krebs verursacht – mit einer bereinigten Odds Ratio von 17,05. Die Autor*innen weisen jedoch darauf hin, dass diese Erkenntnis nicht belegt, dass die Medienbotschaften zu einem größeren Wissen geführt haben. Personen, die sich ohnehin schon stärker für alkoholbedingte Gesundheitsfragen interessieren, nehmen solche Botschaften möglicherweise eher wahr, behalten sie besser im Gedächtnis und geben sie häufiger weiter. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Warnhinweise auf Alkoholverpackungen am wirksamsten sind, wenn sie Teil eines umfassenderen Informationsumfelds sind, in dem die Menschen über verschiedene Kanäle konsistente, evidenzbasierte Botschaften zum Thema Alkohol und Krebs erhalten. Die Studie ergab, dass Befragte, die in den Medien Botschaften zum Thema Alkohol und Krebs gesehen hatten, die neuen Warnhinweise mit größerer Wahrscheinlichkeit auch wahrgenommen hatten. Die Autor*innen beschreiben dies als möglichen Multi-Channel-Kommunikationseffekt, betonen jedoch, dass die Richtung des Zusammenhangs anhand der Studie nicht bestimmt werden kann.
Die Forscher*innen stellen zudem fest, dass die Warnhinweise offenbar vor allem starke Alkoholkonsument*innen erreichen. Teilnehmer*innen, die sieben oder mehr Standardgetränke pro Woche konsumierten, bezeichneten die Warnhinweise mit größerer Wahrscheinlichkeit als relevant und informativ. Die Autor*innen argumentieren, dass dies aus Sicht der öffentlichen Gesundheit potenziell wichtig ist, da Menschen, die häufiger Alkohol trinken, wiederholt mit Alkoholprodukten in Kontakt kommen und sich möglicherweise weniger mit anderen Formen der Gesundheitskommunikation auseinandersetzen.
Die Studie weist wesentliche Einschränkungen auf. Es handelte sich um eine Querschnittsstudie, was bedeutet, dass nicht festgestellt werden kann, ob die Konfrontation mit Warnhinweisen oder Medienbotschaften zu Veränderungen im Wissen, in den Einstellungen oder im Verhalten geführt hat. Die Konfrontation und die Reaktionen wurden von den Teilnehmer*innen selbst angegeben, und die online erhobene Nicht-Wahrscheinlichkeitsstichprobe ist möglicherweise nicht vollständig repräsentativ für die gesamte irische Bevölkerung. Die Ergebnisse sollten daher eher als Hinweis auf eine frühe Konfrontation und mögliche Auswirkungen verstanden werden und nicht als Beweis für einen kausalen Zusammenhang.
Die Autor*innen kommen zu dem Schluss, dass etwa ein Drittel der befragten irischen Verbraucher*innen die neuen Alkoholwarnungen bereits im Dezember 2025 wahrgenommen hatte, obwohl diese erst ab 2028 verbindlich vorgeschrieben sind. Die Reaktionen derjenigen, die mit den Warnungen in Kontakt gekommen waren, fielen im Allgemeinen positiv aus, während Medienbotschaften zum Thema Alkohol und Krebs zu diesem Zeitpunkt einen stärkeren Zusammenhang mit dem Wissen über Krebs aufwiesen. Die Ergebnisse unterstreichen zudem den potenziellen Nutzen einer Einbettung der Alkoholkennzeichnung in ein breiteres Umfeld der öffentlichen Aufklärung, in dem alkoholbedingte Gesundheitsrisiken über verschiedene Kanäle vermittelt werden.
Titel: Understanding the early exposure and potential impact of alcohol health warning labels in Ireland: results from a cross-sectional survey
Autor*innen: Daša Kokole, Daniela Correia, Jürgen Rehm, Carina Ferreira Borges, Aleksandra Olsen, Anne Doyle und Maria Neufeld
Zitierung: Daša Kokole, Daniela Correia, Jürgen Rehm, Carina Ferreira Borges, Aleksandra Olsen, Anne Doyle, Maria Neufeld, Understanding the early exposure and potential impact of alcohol health warning labels in Ireland: results from a cross-sectional survey, International Journal of Drug Policy, Volume 156, 2026, 105443, ISSN 0955-3959, https://doi.org/10.1016/j.drugpo.2026.105443
Quelle: International Journal of Drug Policy
Datum der Veröffentlichung: 3. August 2026
Irland führt die weltweit erste umfassende Gesundheitskennzeichnung für alkoholische Produkte ein

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Quelle: Alcohol and Cancer
Übersetzt mit www.DeepL.com
