
Für die Einführung von Einheitsverpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten sprechen sich 64 Prozent der Befragten aus. Das geht aus einer aktuellen, bundesweiten Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai hervor.

Verpackungen sind ein zentrales Marketinginstrument der Tabakindustrie. Unter dem Motto »Den Reiz entlarven – Nikotin- und Tabakabhängigkeit bekämpfen« lenkt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Aufmerksamkeit gezielt darauf, wie die Tabak- und Nikotinindustrie bewusst Marketingstrategien einsetzt, um insbesondere Kinder und Jugendliche anzusprechen.
Eine Mehrheit der Befragten spricht sich dafür aus, die Werbewirkung von Verpackungen gezielt einzuschränken, um der Strategie der Tabakindustrie entgegenzuwirken. In einer bundesweiten, repräsentativen Befragung von rund 1.000 Personen ab 14 Jahren lag die Zustimmung zu standardisierten Verpackungen insgesamt bei 64 Prozent. Besonders hoch war sie mit 75 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen. Zwischen Raucher*innen (63 Prozent) und Nichtraucher*innen (64 Prozent) zeigten sich kaum Unterschiede.
Standardisierte Verpackungen wirken
Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten sind allgegenwärtige und mobile Werbeflächen, die für Raucher*innen und Nichtraucher*innen sichtbar sind. Die Tabakindustrie nutzt dies, indem sie mit dem Design der Verpackung ein attraktives Image schafft, gesundheitliche Bedenken zerstreut und geringere Risiken suggeriert.
Einheitliche Verpackungen halten Nichtrauchende davon ab, mit dem Rauchen anzufangen, und motivieren Rauchende zum Aufhören.«
Ute Nons, DKFZ
Um dieser gezielten Marketingstrategie entgegenzuwirken, empfiehlt die WHO als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets standardisierte Verpackungen mit einheitlicher Schrift, Farbe, Form und Material. Das Ziel besteht darin, die Attraktivität zu senken, irreführende Gestaltungen zu verhindern und Warnhinweise stärker hervorzuheben, um der Verpackung ihre Werbewirksamkeit zu nehmen. »Studien zeigen, dass einheitliche Verpackungen Nichtrauchende davon abhalten, mit dem Rauchen anzufangen, und Rauchende zum Aufhören motivieren«, sagt Ute Mons, Leiterin der Abteilung Primäre Krebsprävention und des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am DKFZ.

Mit dem zum Weltnichtrauchertag veröffentlichten Policy Brief fordert das DKFZ die politischen Entscheidungsträger*innen dazu auf, in Deutschland standardisierte Verpackungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten einzuführen. Mehrere europäische Länder, darunter auch direkte Nachbarn wie Frankreich, Belgien, die Niederlande und Dänemark, haben dies bereits umgesetzt.
Deutschland hat sich mit dem WHO-Rahmenübereinkommen zur Tabakkontrolle zu wirksamer Tabakprävention verpflichtet, setzt dies aber bislang nur zögerlich um«, so Mons. »Wir fordern daher die Bundesregierung auf, dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen und mit der Einführung standardisierter Verpackungen eine einfache, kostengünstige und effektive Maßnahme zur Tabakprävention einzuführen.«
Große Unterstützung für Tabaksteuererhöhungen und eine Präventionsabgabe

In einer aktuellen Umfrage, die das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Auftrag gegeben hat, befürworten 66 Prozent der Befragten eine Erhöhung der Tabaksteuer und 73 Prozent eine Herstellerabgabe auf Tabakprodukte und E-Zigaretten, die gezielt für Präventionsmaßnahmen genutzt werden kann.
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Neuer Tabaklobby-Index: Einfluss der Tabakindustrie in Deutschland nach wie vor zu hoch

Leider unternimmt die deutsche Regierung immer noch viel zu wenig, um den Einfluss der Tabakindustrie auf gesundheitspolitische Entscheidungen einzudämmen. Das steht im vierten Index zur Einflussnahme der Tabakindustrie, den das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am 25. November 2025 veröffentlicht hat.
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Quelle: Medienmitteilung des DKFZ
