
Alkohol ist eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen für Krebs. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Alkohol als Karzinogen der Gruppe 1 ein, und es gibt schlüssige Belege dafür, dass Alkohol das Risiko für mindestens sieben Krebsarten erhöht, darunter Brust- und Darmkrebs.
Was das Krebsrisiko und Alkohol betrifft, gilt: Weniger davon trinken ist besser, alkoholfrei leben ist am besten; deshalb ist »den Alkoholkonsum einschränken« eine der zehn Empfehlungen zur Krebsprävention des World Cancer Research Fund International, und der 5. Europäische Kodex gegen Krebs rät dazu, alkoholische Getränke zu meiden.
Besorgniserregend ist, dass das öffentliche Bewusstsein für das Krebsrisiko durch Alkohol nach wie vor gering ist. Und obwohl Alkohol weltweit jährlich schätzungsweise 2,6 Millionen Todesfälle mitverursacht, ist die Umsetzung von Alkoholpolitik nach wie vor begrenzt. Nur 56 % der Länder verfügen über eine schriftlich festgelegte nationale Alkoholpolitik, und dieser Anteil sinkt auf knapp 25 % bei Ländern mit niedrigem Einkommen, die die höchste Belastung durch alkoholbedingte Todesfälle und Erkrankungen tragen.
Die Sensibilisierung für die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums, einschließlich Krebs, sollte neben Initiativen wie dem SAFER-Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Teil eines umfassenden Ansatzes in der Alkoholpolitik sein. Warnhinweise auf Alkoholverpackungen können dabei als politische Maßnahme einen Beitrag leisten.
Warum Alkoholwarnetiketten einführen?
Warnhinweise auf Alkoholprodukten liefern den Verbraucher*innen am Ort des Kaufs und des Konsums wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen. Sie können das Bewusstsein für alkoholbedingte Schäden schärfen, das Recht der Verbraucher*innen auf Information über die Gesundheitsrisiken und Schäden eines Produkts stärken und jede*n Einzelne*n in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen über die von ihr*ihm konsumierten Produkte zu treffen.
Laut WHO sind verbindliche Gesundheitswarnhinweise (unter anderem zu Schwangerschaft, Alkohol am Steuer oder Alkoholkonsum von Minderjährigen) nur in etwa 32 % der Länder vorgeschrieben, und nur zwei Länder weltweit (Südkorea und Irland) haben krebsbezogene Warnhinweise gesetzlich vorgeschrieben. Im Vergleich dazu sind Gesundheitswarnungen für Tabakprodukte, einschließlich Krebswarnungen, in 85 % der Länder vorgeschrieben. Da sowohl Alkohol als auch Tabak als Karzinogene der Gruppe 1 eingestuft sind, handelt es sich hierbei um eine Lücke, die geschlossen werden muss.
Es gibt Belege dafür, dass Warnhinweise zu Krebserkrankungen das Wissen der Einzelnen über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebserkrankungen verbessern und gleichzeitig die Unterstützung für politische Maßnahmen stärken, die die Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit von Alkohol einschränken (wie beispielsweise Besteuerung, Mindestpreise pro Einheit oder die Beschränkung der Orte und Zeiten, an denen Alkohol erhältlich ist). Durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für alkoholbedingte Schäden können Warnhinweise als Einstiegsmaßnahme dienen, um mehr Unterstützung für einen umfassenden Ansatz bei der Prävention alkoholbedingter Schäden zu gewinnen.
Wie sollte ein Warnhinweis aussehen?
Es gibt Belege dafür, dass die Wirksamkeit von Warnhinweisen auf Alkoholverpackungen nicht nur davon abhängt, was sie vermitteln, sondern auch davon, wie sie dargestellt werden. Die Regierungen sollten daher sowohl deren Inhalt als auch deren Gestaltung festlegen, um die Sichtbarkeit, Verständlichkeit und Wirkung zu maximieren, wobei gegebenenfalls evidenzbasierte Anpassungen an lokale Gegebenheiten möglich sein sollten.

Warnhinweise sollten:
- auffällig, gut sichtbar und leicht verständlich sein. Die Hinweise sollten ausreichend groß sein, auf der Vorderseite der Verpackung angebracht werden, einen starken Farbkontrast aufweisen und in einfacher, direkter und eindringlicher Sprache verfasst sein. Außerdem sollten sie sich optisch deutlich von allen Marketingbildern, Texten und Farben unterscheiden, die an anderen Stellen auf der Verpackung verwendet werden.
- auf eine Reihe alkoholbedingter Gesundheitsrisiken hinweisen, darunter Krebs. Krebsbezogene Warnhinweise wie »Alkohol verursacht Krebs« sind besonders wirksam, um die Öffentlichkeit für dieses Gesundheitsrisiko zu sensibilisieren, und sollten in den gesetzlichen Vorschriften für Alkoholwarnhinweise verbindlich vorgeschrieben werden.
- die Warnmeldungen regelmäßig wechseln, um ihre Wirksamkeit langfristig aufrechtzuerhalten. Bildelemente können die Aufmerksamkeit und das Engagement zusätzlich steigern.
- nicht zulassen, dass QR-Codes Gesundheitsinformationen ersetzen, da dies die Reichweite der Botschaft erheblich einschränkt und Herstellern*innen die Möglichkeit bieten kann, Verbraucher*innen auf Marketinginhalte umzuleiten.
- mehrdeutige, von der Industrie geförderte Botschaften wie »verantwortungsbewusster Alkoholkonsum« und »maßvoller Alkoholkonsum« verbieten, da diese die Wirksamkeit von Gesundheitswarnungen untergraben können.
Checkliste für gesetzliche Regelungen
Die Einführung wirksamer Warnhinweise auf Alkoholverpackungen hängt nicht nur von einer evidenzbasierten Gestaltung ab, sondern auch von einem soliden gesetzlichen und regulatorischen Rahmen. In den Rechtsvorschriften sollte Folgendes festgelegt werden:
- Verbindliche (nicht freiwillige) Umsetzung. Dies gewährleistet einheitliche Standards für Inhalt, Gestaltung und Platzierung von Gesundheitswarnungen und stellt sicher, dass Verbraucher*innen klare und einheitliche Gesundheitsinformationen erhalten, unabhängig von der Art des Alkohols (Wein, Bier, Spirituosen) und des Produkts oder Herstellers. Freiwillige Ansätze führen nachweislich zu uneinheitlichen Botschaften, eingeschränkter Sichtbarkeit und einer mangelhaften Einhaltung der Empfehlungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Im Vereinigten Königreich wurde festgestellt, dass jedes fünfte Alkoholprodukt die freiwilligen Mindestrichtlinien für die Kennzeichnung nicht erfüllt, die von der Selbstregulierungsorganisation der Alkoholindustrie, der Portman Group, festgelegt wurden.
- Mindestanforderungen an die Gestaltung von Gesundheitswarnhinweisen, einschließlich der Gesundheitsbotschaften, Gestaltungsvorgaben, der Anbringung auf Behältern und Verpackungen sowie der Regelungen für den Wechsel der Gesundheitswarnhinweise (sofern zutreffend). Dazu gehören Angaben zum Alkoholgehalt, zu Standardgetränken oder ‑einheiten, zu Nährwerten sowie unterstützende Informationen (zum Beispiel zu Entwöhnung oder Behandlung). Dabei sollten auch kleine Behälter, in Multipacks verkaufter Alkohol sowie Beschilderungen an den Ausschankstellen in Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben berücksichtigt werden.
- Ein festgelegter Zeitplan für die Umsetzung. Rechtliche Rahmenbedingungen tragen besser zu einer fristgerechten und einheitlichen Umsetzung bei. Die Regierungen können eine angemessene Übergangsfrist vorsehen, damit die Hersteller*innen ihre Produktverpackungen anpassen können, bevor die neuen Anforderungen in Kraft treten.
- Überwachung der Einhaltung und Durchsetzung. Harmonisierte verbindliche Anforderungen gewährleisten die Einheitlichkeit und Wirksamkeit von Gesundheitswarnungen, verhindern mögliche Wettbewerbsverzerrungen zwischen Hersteller*innen, die die Vorschriften einhalten, und solchen, die dies nicht tun, und können Kosten vermeiden, die durch die Herstellung unterschiedlicher Etiketten für verschiedene Rechtsordnungen entstehen würden.
Die Festlegung gesetzlicher Vorschriften für diese Komponenten bietet den Hersteller*innen klare Anforderungen, verringert Unklarheiten bei der Umsetzung und trägt dazu bei, dass Warnhinweise bei allen alkoholischen Getränken gut sichtbar, lesbar und einheitlich bleiben. Die Verankerung dieser Anforderungen in der Gesetzgebung trägt zudem dazu bei, die Integrität der Warnhinweise langfristig zu wahren, und bietet eine klare Grundlage für die Überwachung, Durchsetzung und künftige Überprüfung.
Mit Einmischung der Industrie rechnen
Erfahrungen aus Ländern, die Warnhinweise auf Alkoholverpackungen eingeführt haben, legen nahe, dass Regierungen bei der Entwicklung und Umsetzung solcher Maßnahmen mit Widerstand rechnen sollten. Ähnlich wie bei anderen evidenzbasierten Maßnahmen zur Alkoholkontrolle werden von Seiten der Industrie häufig Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit, der Kosten und der Durchführbarkeit von Warnhinweisen geäußert. Die Vorbereitung evidenzgestützter Antworten auf diese Argumente kann dazu beitragen, eine zeitnahe Umsetzung zu unterstützen und den Fokus auf die Ziele der öffentlichen Gesundheit statt auf die Interessen der Industrie zu richten. Unterstützung hierfür bieten Leitlinien der WHO zu bewährten Verfahren (unter anderem aus ihrer SAFER-Initiative) sowie von zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Wissenschaft.
Die politischen Entscheidungsträger*innen sollten sich zudem darauf einstellen, dass die Lobbyarbeit der Industrie auch nach Verabschiedung der Gesetzgebung weitergehen wird. Die Festlegung klarer Fristen in den Gesetzen und ein anhaltendes politisches Engagement können eine wirksame Umsetzung der Warnhinweise auf Alkoholverpackungen unterstützen.
Es hat sich gezeigt, dass der Kontakt mit Warnhinweisen zu Krebs das Wissen darüber, dass Alkohol Krebs verursacht, erheblich steigert, wobei Krebswarnungen hinsichtlich ihrer wahrgenommenen Relevanz und Wirkung besser abschneiden als allgemeine Gesundheits- und Verantwortungsbotschaften.
Empfehlungen

Alkoholwarnhinweise, die deutlich auf das Krebsrisiko hinweisen, können das öffentliche Bewusstsein schärfen, den Alkoholkonsum senken und die Umsetzung umfassender Maßnahmen zur Minderung von alkoholbedingten Schäden unterstützen. Regierungen sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Verbraucher*innen genau über die mit Alkohol verbundenen Gesundheitsrisiken informiert werden, und sollten:
- Gesundheitswarnhinweise auf allen Alkoholprodukten und deren Verpackungen vorschreiben, die klare Krebswarnungen enthalten.
- Warnhinweise klar, auffällig und informativ gestalten. Sie sollten eine direkte Formulierung in Bezug auf Krebs und andere vorrangige Gesundheitsrisiken vorschreiben und gesetzliche Standards für Gestaltung und Platzierung festlegen.
- eine wirksame Umsetzung und Durchsetzung gewährleisten, die frei von Einflüssen der Industrie ist.
- die Warnhinweise auf der Grundlage gesammelter Erkenntnisse bewerten und aktualisieren sowie deren Umsetzung durch Aufklärungskampagnen unterstützen.
- Warnhinweise mit umfassenderen Maßnahmen zur Alkoholpolitik kombinieren, darunter Besteuerung, Preisgestaltung, Marketing und Verfügbarkeit.
Eine vollständige Liste der Quellenangaben finden Sie unter wcrf.org/alcohol-labels.
Wie kommen kombinierte Text- und Grafikwarnungen auf Alkoholverpackungen an?

Alkohol stellt nach wie vor eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen auf der gesamten Insel Irland dar. Irland hat ein Gesetz verabschiedet, das ab 2026 obligatorische Alkohol-Warnhinweise vorschreibt, dessen Umsetzung jedoch bis 2028 aufgeschoben wurde.
Die Querschnittsumfrage hatte zum Ziel, die Akzeptanz von Alkohol-Warnhinweisen auf der gesamten Insel zu untersuchen. Im weiteren Verlauf der Umfrage wurden die Bedenken der Bevölkerung gegenüber anschaulicheren Alkohol-Warnhinweisen untersucht und ermittelt, welche zusätzlichen Warnhinweise oder Informationen sich die Bevölkerung auf den Alkohol-Warnhinweisen wünscht.
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Wirkungen von reinen Textformaten gegenüber großen Text- und Bildformaten für Alkoholwarnungen

Weltweit ist der Alkoholkonsum jedes Jahr für drei Millionen Todesfälle, Krankheiten (Leberzirrhose, Krebs) und andere soziale Kosten (Verletzungen, Verkehrsunfälle) verantwortlich. In Europa ist der Alkoholkonsum pro Kopf mit 9,8 Litern reinen Alkohols pro Jahr besonders hoch.
Um dieses Problem anzugehen, empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einführung von Warnhinweisen zu den Risiken des Alkoholkonsums auf Verpackungen und in der Werbung. Die Europäische Kommission schlug 2021 im Rahmen des EU-Plans zur Krebsbekämpfung die Einführung obligatorischer Warnhinweise auf alkoholischen Getränken vor.
Quelle: World Cancer Research Fund International
Übersetzt mit www.DeepL.com
