
Vertrauen braucht Sicherheit« – so lautet das Motto der 18. bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Haushalten, die vom 21. bis 27. Februar 2027 stattfindet. Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein gesundes Aufwachsen. Den rund drei Millionen Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Haushalten in Deutschland fällt Vertrauen jedoch oft schwer.
Sie erleben, dass Versprechen nicht eingehalten werden und Stimmungen plötzlich kippen. Unter dem Einfluss der Suchterkrankung können aus liebevollen Müttern oder Vätern unberechenbare, manchmal sogar bedrohliche Menschen werden. Eines der ungeschriebenen Gesetze in suchtbelasteten Haushalten lautet deshalb: »Vertraue niemandem!«
Vertrauen braucht Sicherheit – für Kinder und Jugendliche!
Gerade diese Kinder brauchen Menschen, auf die sie sich verlassen können. Menschen, die zuhören, da sind und helfen. Sie brauchen Orte, an denen sie sich sicher fühlen und Vertrauen entwickeln können. Denn wer als Kind nicht lernt, Vertrauen zu fassen, hat es oft auch als Erwachsener schwer, stabile Beziehungen aufzubauen.
Solche Orte des Vertrauens entstehen nicht von allein. Sie brauchen engagierte Menschen, fachliche Kompetenz, Zeit und vor allem Verlässlichkeit. Vertrauen wächst nicht über Nacht.
Vertrauen braucht Sicherheit – auch für die Menschen, die helfen!
Wie sollen Fachkräfte Kindern Sicherheit vermitteln, wenn sie selbst nicht wissen, ob ihre Beratungsstelle oder ihr Präventionsprojekt im kommenden Jahr noch existiert? Diese Unsicherheit ist vielen nur allzu bekannt. Sie leisten unverzichtbare Arbeit und müssen zugleich um deren Fortbestand kämpfen. Das bindet Kräfte, die für die Unterstützung der Kinder und ihrer Familien benötigt werden.
Deshalb fordert NACOA Deutschland, die Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien, eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung von Hilfsangeboten für diese Kinder. Was sich in der Praxis bewährt hat, darf sich nicht länger von einem Förderantrag zum nächsten hangeln müssen. Es braucht flächendeckende, niedrigschwellige und regelhaft finanzierte Angebote. Benötigt wird ein sicheres und engmaschiges Netz der Hilfe!
Vertrauen braucht Sicherheit – auch in der Politik!
In der Politik wird derzeit viel über Sicherheit gesprochen. Damit sind vor allem militärische Stärke, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Bekämpfung von Kriminalität gemeint. Gleichzeitig wird in der Sozialpolitik der Rotstift angesetzt. Prävention, Jugendhilfe und psychosoziale Unterstützung stehen zunehmend unter Rechtfertigungsdruck.
Wer bei der Prävention spart, spart jedoch am falschen Ende. Die gesellschaftlichen und finanziellen Folgen von Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen sind immens. Frühzeitige Hilfen sind deutlich kostengünstiger als spätere Behandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen und die Bewältigung sozialer Folgen. Vor allem aber können sie Kindern und Jugendlichen viel Leid ersparen.
Anfang 2025 hat der Deutsche Bundestag mit dem fraktionsübergreifenden Antrag »Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen« wichtige Schritte für bessere Hilfen beschlossen. Diese Beschlüsse müssen nun endlich mit Leben gefüllt werden. Dazu gehört auch eine langfristig gesicherte Finanzierung der Unterstützungsangebote.
Bundestag setzt sich für Kinder aus suchtbelasteten Familien ein

Der Bundestag hat am 4. Juli 2024 einen Antrag mit dem Titel »Prävention stärken – Kinder mit psychisch oder suchtkranken Eltern unterstützen« beschlossen, der von den Fraktionen SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gemeinsam eingebracht wurde. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den federführenden Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend überwiesen.
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Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen darf keine freiwillige Leistung sein, die als Erstes gestrichen wird, wenn das Geld knapp wird. Sie ist eine gesellschaftliche Verpflichtung!
Vertrauen braucht Sicherheit – macht mit vom 21. bis 27. Februar 2027!
Mit der Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Haushalten im Jahr 2027 will NACOA seine Forderungen bundesweit sichtbar und hörbar machen. Alle Einrichtungen, Initiativen, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Fachkräfte und engagierten Menschen sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen.
Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!«
NACOA Deutschland
Ihr könnt Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen oder Diskussionsrunden organisieren. Sprecht mit Politiker*innen über die Situation der Kinder und die Finanzierung eurer Arbeit. Zeigt, wie Vertrauen wachsen kann, und lasst Betroffene zu Wort kommen.
In den vergangenen Jahren habt ihr mit vielfältigen und kreativen Aktionen gezeigt, wie groß das Engagement für Kinder aus suchtbelasteten Haushalten ist. An diese erfolgreiche Arbeit wollen wir 2027 anknüpfen. Macht mit!
Wir werden sichtbar

#WirWerdenSichtbar – das ist das Motto und der Hashtag der 17. bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien, die vom 22. bis 28. Februar 2026 stattfindet.
Jedes fünfte bis sechste Kind in Deutschland wächst mit einem suchtkranken Elternteil auf. Viele von ihnen erleben Vernachlässigung und Gewalt und leiden oft ein Leben lang unter diesen Erfahrungen.
Neuer Rekord bei der Aktionswoche 2024 für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Mit einem neuen Rekord an angemeldeten Veranstaltungen startet die diesjährige COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien vom 18. bis 24. Februar. 150 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet machen auf die Situation der rund drei Millionen Kinder in Deutschland aufmerksam, die mit mindestens einem suchtkranken Elternteil aufwachsen.
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