
Der 71. Weltkongress von Movendi International fand als fünftägige Veranstaltung in Kranjska Gora, Slowenien, statt. Mehr als 150 Teilnehmer*innen aus 43 Ländern kamen dazu zusammen. Der Kongress verabschiedete als eine von drei Resolutionen die »Erklärung von Kranjska Gora«, in der die Regierungen aufgefordert werden, ein weltweit verbindliches Instrument zur Prävention alkoholbedingter Schäden zu unterstützen.
Erklärung von Kranjska Gora
Ein Aufruf an die Regierungen, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung durch ein weltweit verbindliches Instrument zur Prävention alkoholbedingter Schäden in den Vordergrund zu stellen.
An fünf Tagen im Oktober 2026 haben sich mehr als 150 Menschen, darunter auch Kinder, aus 43 Ländern und allen Kontinenten in Kranjska Gora, Slowenien, versammelt – vereint durch die gemeinsame Überzeugung, dass wir die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Familien und Gemeinschaften verbessern können.
Wir sind die Menschen, die unter den Schäden leiden, die Alkoholkonzerne verursachen.«
Erklärung von Kranjska Gora
Wir sind die Kinder, die in Haushalten aufwachsen, in denen Alkoholkonsum eine Rolle spielt. Wir sind die Frauen, die in unsicheren Wohnungen leben. Wir sind die Familien, die Angehörige durch Unfälle mit alkoholisierten Fahrer*innen verloren haben. Wir sind die Gemeinden, die mit ansehen müssen, wie unsere jungen Männer aufgrund von Alkohol sterben.
Gemeinsam fordern wir die Regierungen auf, unseren Gemeinschaften Vorrang vor den Interessen der Alkohol-Lobbyist*innen und den Gewinnen der Alkoholkonzerne einzuräumen, indem sie ein weltweit verbindliches Instrument zur Prävention von alkoholbedingten Schäden unterstützen.
Alkohol fügt Millionen von Menschen weltweit Schäden zu
Die durch Alkohol verursachten Schäden sind weitreichend: Todesfälle und Verletzungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen und Suizide, Alkoholkonsumstörungen, geschlechtsspezifische Gewalt sowie der schleichende Verlust von Haushaltseinkommen und die Schwächung des Gemeinschaftsgefüges. Weltweit fordert Alkohol jedes Jahr 2,6 Millionen Menschenleben – mehr als durch Tuberkulose, HIV/AIDS und Diabetes zusammen. Dabei entfallen drei von vier aller alkoholbedingten Todesfälle weltweit auf Männer.
Alkohol ist die gesellschaftlich schädlichste Droge von allen: Zusammengenommen sind die direkten und indirekten Schäden durch Alkohol fast doppelt so groß wie die Gesamtbelastung durch Tabak.
Und die Last trifft die jungen Menschen am härtesten. Alkohol ist der zweitgrößte Risikofaktor für die Krankheitslast bei den 10- bis 24-Jährigen und der größte bei den 25- bis 49-Jährigen – den wirtschaftlich produktivsten Lebensjahren.
Alkoholkonzerne und ihre Lobbyist*innen verursachen alkoholbedingte Schäden und versuchen, jeglichen Fortschritt zu untergraben
Alkoholkonzerne und ihre Lobbyist*innen arbeiten jeden Tag gezielt daran, schädliche Marketing- und Verkaufspraktiken anzuwenden und Veränderungen zu untergraben, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen dienen würden.
In Ländern, in denen es keine Alkoholpolitik gibt, setzt sich die Alkoholindustrie dafür ein, dass dies auch so bleibt, wie beispielsweise in Uganda, Kambodscha und anderen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. In Ländern, die die weltweit besten Alkoholpolitiken eingeführt haben, drängt die Alkoholindustrie darauf, diese wieder abzubauen, wie beispielsweise in den skandinavischen Ländern oder in Thailand.
Seit viel zu langer Zeit werden die Gremien, in denen Alkoholpolitik gestaltet wird, von Unternehmensinteressen dominiert, die Vorrang vor dem öffentlichen Interesse haben – einschließlich der Gesundheit unserer Kinder und des Wohlergehens unserer Gemeinden.
Wir können auf den soliden Grundlagen aufbauen, die bereits von weltweit führenden Persönlichkeiten gelegt wurden
Gemeinsam können wir dies ändern, und wir haben bereits die ersten Schritte unternommen. Im Jahr 2022 verabschiedeten alle Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einstimmig den Globalen Aktionsplan Alkohol, und mehr als 110 Länder meldeten sich in dieser Debatte zu Wort. Dies zeigt das gemeinsame Verständnis für die erheblichen Schäden, die Alkohol den Menschen weltweitb zufügt, und für die Notwendigkeit, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen.
Wir brauchen nun ein weltweit verbindliches Instrument zur Prävention von alkoholbedingten Schäden, um die von uns begonnene Arbeit fortzusetzen.«
Erklärung von Kranjska Gora
Wir fordern eine vernünftige Maßnahme, die Regierungen weltweit dabei helfen wird, sinnvolle Veränderungen voranzutreiben. Dabei handelt es sich um ein weltweit verbindliches Instrument zur Prävention von alkoholbedingten Schäden.
Wir haben gesehen, welche Auswirkungen dies haben kann. Das Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums rettet viele Millionen Menschenleben. Nun ist es an der Zeit, dass Regierungen weltweit der Rettung von Menschenleben vor den Folgen des Alkoholkonsums Priorität einräumen. Länder können die Menschen nicht im Alleingang schützen, denn Alkoholkonzerne und ihre Lobbyist*innen kennen keine Grenzen und überschreiten jede Landesgrenze.
Alkoholwerbung erreicht Kinder aus Ländern, in denen die jeweiligen Regierungen keine Regulierung vornehmen können. Handelsregeln greifen in Entscheidungen ein, von denen die Parlamente glaubten, dass sie in ihrer Zuständigkeit lägen. Unternehmen agieren global, während die für sie geltenden Vorschriften an den nationalen Grenzen enden.
Vor einer Generation kamen führende Politiker*innen zusammen und verfassten ein weltweit verbindliches Übereinkommen zur Tabakkontrolle, dem bis heute 183 Länder beigetreten sind. Inspiriert von ihnen fordern wir unsere Regierungen auf, dasselbe für die Alkoholpolitik zu tun.
Um dieses Ziel zu erreichen, fordern wir unsere Regierungen zum Handeln in vier Bereichen auf:
- Den Generaldirektor der WHO aufzufordern, über die Machbarkeit eines weltweit verbindlichen Rechtsinstruments für die Alkoholpolitik zu berichten.
- Eine zwischenstaatliche Arbeitsgruppe einzurichten, die dieses Vorhaben vorantreibt und vor der Überprüfung im Jahr 2030 Bericht erstattet.
- Die Alkoholpolitik in den Händen derjenigen zu belassen, die der Öffentlichkeit Rechenschaft schuldig sind und das öffentliche Interesse fördern, und die Tür zu schließen, die der Alkoholindustrie noch offen steht.
- Diese Arbeit im Verhältnis zum verursachten Schaden zu finanzieren.
Als Gemeinschaft möchten wir, dass jedes Kind den bestmöglichen Start ins Leben hat – in jedem Land, in dem seine Gesundheit und seine Zukunft geschützt sind.
Das ist eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können, und unsere Bewegung mit mehr als 140 Mitgliedsorganisationen in über 50 Ländern hat sich dazu verpflichtet, diese Aufgabe zu übernehmen.
Helfen Sie uns, den Kindern dieser Welt diesen Start zu ermöglichen – indem Sie sich für ein weltweit verbindliches Instrument zur Alkoholpolitik einsetzen und schon jetzt damit beginnen.«
Erklärung von Kranjska Gora
Mitgliedsorganisationen mit Delegierten auf dem 71. Weltkongress:

- Alcohol and Drug Information Center (ADIC), Sri Lanka
- AmarDeep, Indien
- Anti-Alcohol and Drug Abuse, Sambia
- Anti Drug Abuse Association (ADAAL) Lesotho
- Associação Alcoolismo Feminino, Brasilien
- Asociación Costa Rica Saludable
- Carlton Hall Consulting, USA
- Centar za edukaciju mladih (CEM), Bosnien und Herzegowina
- Centar za omladinski rad (CZOR), Serbien
- FORUT Deutschland
- Forum for Protection of Consumer Rights, Nepal
- Fourth Wave Foundation, Indien
- Fundación Anáas, Kolumbien
- Graceful Youth Recovery Centre CBO, Kenia
- Guttempler in Deutschland
- HRIDAY, Indien
- Hope and Beyond, Uganda
- Inštitut za raziskave in razvoj »Utrip«, Slowenien
- IOGT Island
- IOGT Junior Island (Æskan)
- IOGT Norwegen
- IOGT Schweiz
- IOGT Vietnam
- IOTT Südafrika
- Juvente Estland
- Juvente Norwegen
- Juvente Schweiz
- Khmer Youth Association KYA, Kambodscha
- KiM Deutschland
- KiM Schweiz
- KIWI Wellness Lab SAS, Kolumbien
- Läkarmissionen LM International, Uganda
- Motivator's Crib Africa, Nigeria
- Movendi Schweden
- Movendi Slowakei
- Nada India Foundation, Indien
- NSF Schweden
- Organización Multidisciplinaria para la Integración Social (OMIS), Uruguay
- Pamumvuri Environ-Mental Health Organization, Simbabwe
- People Center for Development and Peace (PDP-Center), Kambodscha
- Population Health Research Center, Mongolei
- Purpose Ruanda
- SCAD, Kenia
- Stop Drink Network (SDN), Thailand
- Stowelink, Kenia
- Tavai Brīvībai (Für deine Freiheit), Lettland
- Tobacco Free Association of Zambia, Sambia
- Uganda Youth Development Link (UYDEL)
- Vision for Accelerated Sustainable Development (VAST), Ghana
- Women's Coalition Against Cancer (WOCACA), Malawi
- Young Power in Social Action (YPSA), Bangladesch
- Youth against Alcoholism and Drug Dependency (YADD), Simbabwe
- Youth Coalition for Unity and Development (YCUD), Kambodscha
Movendi-Mitglieder wählen Juliet Namukasa zur internationalen Präsidentin

Auf dem 71. Weltkongress in Kranjska Gora, Slowenien, wählten die Mitglieder von Movendi International Juliet Namukasa aus Uganda zur internationalen Präsidentin. Sie tritt die Nachfolge von Kristina Šperková an, die die Bewegung zwölf Jahre lang geleitet hat, und steht an der Spitze eines neuen internationalen Vorstands, der sich aus neun Changemaker*innen aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika zusammensetzt.
Weiterlesen: Movendi-Mitglieder wählen Juliet Namukasa zur internationalen Präsidentin
