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Missbrauchsverhalten entsteht auch aus nicht mehr funktionierenden gesellschaftlichen Regeln. In Deutschland funktionieren kaum noch soziale Kontrollen in Bezug auf das Trinkverhalten. Die direkten und indirekten Aufforderungen, zu jeder sich bietenden Gelegenheit alkoholhaltige Getränke zu konsumieren, sind offensiv, teilweise sogar aggressiv.

Diesem Druck glauben selbst Menschen, die völlig oder zeitweise alkoholfrei leben wollen, sich kaum entziehen zu können. Damit wird gesundheitsbewusstes und selbstverantwortetes Leben erschwert.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist ein gesellschaftlicher Konsens erforderlich, der »alkoholfreie« Zeiten, Orte und Personengruppen bestimmt und ihre Einhaltung durch soziales Verhalten regelt.

Punktnüchternheit in diesem Sinne bedeutet, dass Alkohol

Ungeeignete Orte sind z. B. der Arbeitsplatz und die Schule; eine ungeeignete Zeit ist die Teilnahme am Straßenverkehr. Personengruppen im Sinne von Punktnüchternheit sind Schwangere und abstinent lebende Alkoholabhängige. Ungeeignete Situationen sind demnach Veranstaltungen, wie z. B. Demonstrationen oder Sportveranstaltungen, die durch Alkoholkonsum Gewalttätigkeit fördern.

Diese eingegrenzte alkoholfreie Lebensweise der Punktnüchternheit ist demnach verantwortungsbewusstes und gesellschaftlich positives Verhalten.

Die Gesellschaft ist hier gefordert, durch ihre Haltung Impulse zu einer gesundheitsfördernden Einstellung zu geben und einzufordern. Eine besondere Verpflichtung haben Verantwortungsträger in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Der Umgang mit Suchtmitteln wird jedoch in der Familie gelernt und geprägt; sie bestimmt auch das Verhalten gegenüber denjenigen, die zeitweise oder ganz auf alkoholische Getränke verzichten.

Deshalb fordern die Guttempler eine Image-Kampagne für die Punktnüchternheit.