Die Alkoholindustrie hat eine der tödlichsten je gesehenen Kampagnen ins Leben gerufen, und es ist wichtiger denn je, dass wir deren Schema erkennen und dies nicht als harmlose Taktik Unternehmerischer Sozialverantwortung unbemerkt geschehen lassen. ABInBev ist verantwortlich für die Kampagne »Smart Drinking« (Schlaues Trinken).

Grüne Schilder an Laden-, Kneipen- und Tankstellentüren läuten den Karneval im Kreis Wesel anders ein als sonstwo: »Wir verkaufen keinen Alkohol an Kinder und Jugendliche« heißt es darauf. Eine kreisweite Arbeitsgruppe aus Jugendschutz, Suchtberatung, Gesundheitsamt und Polizei verteilt diese Schilder bereits im dritten Jahr, um die Alkohol-Händler auf ihre Verantwortung hinzuweisen.

»Wem es tatsächlich um die Reduzierung sexueller Gewalt geht, der darf sich bei der Suche nach Ursachen nicht nur an kulturellen Unterschieden abarbeiten, sondern muss sich auch an die größte Heilige Kuh der Deutschen neben der tempolimitfreien Autobahn wagen, die übrigens auch eine ähnlich mächtige Lobby hat: den Alkohol.«

Tobias Jochheim in der Rheinischen Post zur Diskussion über sexualisierte Gewalt
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Orange the world

Orange the World - Poster 2015

Dieses Jahr haben die Vereinten Nationen ihre 16 Aktionstage gegen geschlechter-basierte Gewalt unter das Motto gestellt: »Färbt die Welt orange: beendet die Gewalt gegen Frauen und Mädchen«. Das Wissen um Alkoholschäden und alkoholpolitische Maßnahmen können dabei eine wirkungsvolle Rolle spielen.

Die Zeit vom 25. November, dem Internationalen Tag zur Abschaffung der Gewalt gegen Frauen bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, eignet sich daher besonders gut, weltweit Aktionen gegen die Gewalt an Frauen und Mädchen zu beginnen. Dazu ruft der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Gemeinschaften, Aktivisten und die Zivilgesellschaften auf.

Alkoholpolitik