Im Jahre 2007 wurde das Europäische Forum Alkohol und Gesundheit begründet, um Organisationen zusammen zu bringen, die im weitesten Sinne mit dem Konsumgut Alkohol zu tun haben. Sie alle sollen gemeinsam daran arbeiten, dass in vielen Aktionen die Probleme des problematischen Alkoholkonsums und der alkoholbedingten Schäden in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union thematisiert und verbreitet werden.

Das Forum bringt eine Vielzahl von interessierten Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen zusammen. Das sind die Verbände der Alkoholindustrie in ihrer ganzen Breite, von der Produktion bis zur Werbung, auf der einen Seite, auf der anderen Seite die Verbände des Gesundheitswesens, der Jugend- und Familienorganisationen sowie Organisationen und Einzelpersonen aus der Wissenschaft. Aktuell hat sich die Zahl der Mitglieder auf über 80 erhöht.

Wer Mitglied des Forums wird, verpflichtet sich, konkrete Aktionen zu unternehmen, um alkoholbedingten Schäden entgegen zu treten. Seit 2007 wurden mehr als 230 Aktionen gestartet. Einige davon sind beendet, andere laufen noch, zum Teil bis 2015.

Wie es in den Europäischen Gremien üblich ist, sind alle Bereitschaftserklärungen (commitments) in einer eigenen Datei im Internet einsehbar, zu einem großen Teil sind auch die Dokumentationen der abgeschlossenen Programme eingestellt.

Anlässlich des diesjährigen »Open Forums« wurde eine neue Broschüre mit einer Übersicht einer ganzen Reihe von Aktionen vorgestellt. Interessant ist sicherlich, dass darunter ein Projket des Deutschen Fußball Bundes, »Kids-Clubs«, ist. Hier wird versucht, Alkoholprävention für 14–18jährige in die Arbeit der Fan-Projekte, Ausbildungszentren und Sommerlager zu integrieren.

Die überwiegende Anzahl der Projekte kommt aus dem Bereich der Industrie, denn es ist immer das Gleiche: Wer über Geld verfügt, kann aktiv sein. Projekte aus dem Boden stampfen, die unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit überzeugend wirken. Aber an der Oberfläche bleiben, weil sie natürlich nicht den Alkoholkonsum reduzieren wollen – und dürfen –, sondern eine Aktion um der Aktion willen begründen.

Noch problematischer sind die Projekte, in denen die eigenen Mitarbeiter/-innen Zielgruppe sind. So stellte der Europäische Verband des Beherbergungsgewerbes eine Aktion vor, in der Mitarbeiter geschult werden sollen, um dem übermäßigen Alkoholkonsum ihrer Kunden vorzubeugen. Das ist aber bereits in Gesetzen geregelt, die Gastwirte und Hoteliers sind verantwortlich. Aber hier haben sie die Chance, ihre ureigenste Aufgabe noch einmal als etwas Besonderes verkaufen zu können.

Es wird deutlich: Das Europäische Forum für Alkohol und Gesundheit ist ein Werkzeug. Ein Werkzeug der Europäischen Kommission, um das Thema »Alkohol« auf der Tagesordnung zu halten, um die verschiedenen Interessengruppen ins Gespräch zu bringen. Dabei erwartet sie immer noch das Unmögliche, nämlich eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessengruppen, deren Widersprüche in Bezug auf Alkoholkonsum nicht auflösbar sind.

Das Forum schafft Kommunikatiosmöglichkeiten für alle Mitglieder, aber natürlich sind die großen Unternehmen dabei im Vorteil, weil sie sowohl über Geld als auch über Know How verfügen, sich und ihre Interessen optimal zu präsentieren.

Jedoch ist Eurocare als Zusammenschluss der Nicht-Regierungs-Organisationen auf diesem Arbeitsfeld ein wichtiger und anerkannter Akteur. Sowohl die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) als auch die Guttempler in Deutschland sind Mitglieder und aktive Partner von Eurocare und verfügen nicht zuletzt deshalb über die notwendigen Kontakte auf der Europäischen Ebene.

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