»Impulsware« nennt sich das, was Kaufleute in den Supermärkten ganz bewusst kurz vor dem Ausgang – im Wartebereich an der Kasse – platzieren. Und das Geschäft mit diesen Angeboten, die Kunden dazu bringen sollen, ohne großes Nachdenken zuzugreifen, ist überaus lukrativ.

Alkohol darf keine Impulsware an der Supermarkt-Kasse sein»Quengelware« nennen es Eltern, die dort oft viel Durchsetzungsvermögen brauchen, um den Nachwuchs vom Griff zum Schokoriegel abzuhalten. Aber es gibt noch eine andere Zielgruppe: Beinahe an jeder Supermarktkasse ist neben Süßigkeiten auch härterer Stoff zu finden. Alkohol – und zwar in der hochprozentigen Variante.

»Alkohol darf keine Impulsware sein – es sollte beim Warten an der Kasse niemand dazu verführt werden, ›mal eben‹ zuzugreifen, um sich mit Schnaps zu versorgen«, betont die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Steffi Dehne, und ergänzt: »Zigaretten werden – schon aus Gründen der Diebstahlsicherung – oft dem direkten Zugriff des Kunden entzogen. Für Alkohol gilt dies aber bislang nicht. Dabei ist Alkohol ein ähnlich gefährliches Suchtmittel – mit dem Unterschied, dass die Gefahr oft unterschätzt wird und eine Sensibilisierung kaum stattfindet.«

Bereits 2015 hat der Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit der Lebensmittelwirtschaft und dem Lebensmittelhandel darauf hinzuwirken, dass süßigkeitenfreie Kassen in Supermärkten angeboten werden. Die SPD-Fraktion hat nun am 28. September 2016 auf ihrer Klausur in Wilhelmshaven einen Antrag beschlossen, der eine ähnliche Initiative für Alkoholika an der Supermarktkasse vorsieht.

Gemeinsam mit Lebensmittelwirtschaft und -handel soll das Ziel verfolgt werden, das Angebot von Alkohol im unmittelbaren Wartebereich von Kassen einzustellen.

»Es geht uns nicht um ein Verbot des Alkoholverkaufs«, stellt Dehne klar, »aber eine direkte Versuchung, die nur dadurch entsteht, dass die Menschen an der Kasse warten müssen, wollen wir verhindern. Generell und insbesondere für trockene Alkoholiker, aber auch für junge Menschen sollte an den Supermarktkassen kein extra Anreiz zum schnellen Zugreifen gesetzt werden. Denn eines darf nicht vergessen werden: Alkohol ist eben nicht nur ein Genussmittel, sondern das Suchtmittel Nummer eins in Deutschland.«

Pressemittelung der SPD-Bürgerschaftsfraktion Bremen
Alkoholpolitik