Erklärung

Wir, die Teilnehmer der vierten Globalen Alkoholpolitik-Konferenz »Impulse zum Wandel: Forschung und Politik zur Reduzierung alkoholbedingter Schäden« in Edinburgh, Schottland am 7.–9. Oktober 2015, bekräftigen unser Bekenntnis zu weltweiten evidenz-basierten Maßnahmen zur Verringerung alkoholbedingter Schäden.

Wir stellen fest, dass der Alkoholkonsum 3,3 Millionen Todesfälle pro Jahr verursacht, die fünfthäufigste Ursache für Tod und Behinderung weltweit sowie die Hauptursache für Tod und Behinderung junger Menschen im Alter zwischen 15 und 24 in vielen Teilen der Welt ist. Wir erkennen auch die Schäden, die der Alkoholkonsum bei Nicht-Trinkern verursacht, darunter Gewalt und Verletzungen, alkoholbedingte Geburtsschäden und Auswirkungen auf die Familienhaushalte. Angesichts der negativen Auswirkungen dieser und anderer alkoholbedingter Schäden für die Entwicklung, erwähnen wir besonders die Bedeutung eines spezifischen Indikators des Alkoholkonsums oder der Schäden bei der Überwachung der Fortschritte zur Verwirklichung der Ziele nachhaltiger Entwicklung.

In Anbetracht der engen Beziehung zwischen Alkoholkonsum und alkoholbedingten Schäden, steigendem Alkoholkonsum und Marketing-Aktivitäten der Alkoholindustrie in den bevölkerungsreichen und rasch wachsenden Volkswirtschaften sowie der eindeutigen Wirksamkeit von bevölkerungsweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums und der Verringerung der Schäden, rufen wir alle Parteien zur Unterstützung der weltweiten Maßnahmen zu deren Umsetzung auf.

Wir anerkennen die Rechte der Kinder, vor alkoholbedingten Schäden geschützt aufzuwachsen, und rufen die nationalen Regierungen auf, ihren Verpflichtungen in der Konvention der Vereinten Nationen zu den Rechten des Kindes und anderer Menschenrechtsvereinbarungen nachzukommen, um sicherzustellen, dass Kinder vor alkoholbedingten Schäden geschützt sind und dass Alkoholkontrollpolitik und Gesetzgebung dies widerspiegeln.

Konkret heißt das, dass wir Regierungen und die Zivilgesellschaften auf der ganzen Welt aufrufen, die globalen Strategien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Alkohol und nicht-übertragbaren Krankheiten zu unterstützen und umzusetzen, mit Schwerpunkt auf den wirksamsten und kostengünstigsten Maßnahmen, darunter die drei »Besten« – Preiserhöhung für Alkohol, Verringerung der Verfügbarkeit und Marketing-Beschränkungen – wie auch die effektive Um- und Durchsetzung bewährter Strategien gegen Trunkenheit am Steuer.

Die Auswirkungen globaler und regionaler Handelsabkommen auf evidenzbasierte Gesundheitspolitik bezüglich Alkohol betrachten wir mit Sorge, und rufen alle Parteien auf, Mechanismen zum Schutz der Handlungsfähigkeit von Regierungen auf allen Ebenen zu erarbeiten, die diese Politik umsetzen, durch Stärkung der bestehenden Instrumente oder Aushandlung eines an öffentlicher Gesundheit ausgerichteten globalen Abkommens zur Bewältigung alkoholbedingter Schäden, unabhängig von kommerziellen Alkohol-Interessen, bindend für seine Unterzeichner und wirksam zur Verhütung und Verringerung des globalen Tributs von Alkohol auf die menschliche Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität.

Wir lenken die Aufmerksamkeit insbesondere auf die dringende Notwendigkeit zur Beschränkung der Vermarktung von Alkohol in all ihren Formen. Der Beweis liegt auf der Hand, dass Alkoholwerbung die Häufigkeit und die Menge des Alkoholkonsums junger Menschen erhöht. Sie normalisiert Alkoholkonsum und ermutigt den Verlust der Enthaltung in wachsenden Volkswirtschaften und Bevölkerungen, in denen der Alkoholkonsum historisch niedrig gewesen ist. Wir empfehlen dringend die Einführung und Bewertung von Mindestpreisen für Alkohol, wo es angemessen ist.

Wir fordern die Mitgliedstaaten auf, bei der Festlegung und Durchführung ihrer Gesundheitspolitik in Bezug auf Alkoholkontrolle zu handeln, zum Schutz ihrer Alkoholpolitik vor kommerziellen und anderen Interessen der Alkoholindustrie.

Wir rufen die globale philanthropische Gemeinschaft auf, die bedeutende Rolle anzuerkennen, die Alkohol bei Verletzungen, Infektionskrankheiten wie HIV und Tuberkulose, Krebs und einer breiten Palette von nicht-übertragbaren Krankheiten, psychischer Gesundheit und sozialen Schäden spielt, und die Finanzierung von nationalen und internationalen Nicht-Regierungs- und Forschungseinrichtungen sicherzustellen, die der weltweiten Belastung der Gesundheit durch Alkohol entspricht.


 

Die Original-Erklärung (in Englisch):

Alkoholpolitik